Produktionen

Zeitreise in die Steinzeit, zu den Wikingern, ins alte Ägypten

Zeitreise in die Steinzeit, zu den Wikingern, ins alte Ägypten

10.02.2017
ZDFonline
Lehrfilme zur Geschichte der Weimarer Republik und des Widerstands

Lehrfilme zur Geschichte der Weimarer Republik und des Widerstands

20.12.2016
FWU München
Deutschlands große Clans - Die Haribo-Story

Deutschlands große Clans - Die Haribo-Story

27.09.2016
20:15 Uhr, ZDF
3000 Jahre Schlachtfeld Deutschland

3000 Jahre Schlachtfeld Deutschland
ZDF-History


08.05.2016
23.30 Uhr, ZDF
Seit Jahrtausenden finden auf deutschem Boden Kriege statt, kämpfen Menschen hier um Land, Macht, Geld, Religion - und sterben dafür. Überall in Deutschland entdecken Archäologen verborgene Spuren großer Schlachten - von der Bronzezeit bis zum Zweiten Weltkrieg.

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Die Jetpiloten

Die Jetpiloten
Bundeswehr-Flieger im Prüfungsstress


20.03.2016
18:00 Uhr, ZDF
Sie gelten als "die Besten der Besten" - die Eurofighter-Piloten der Bundeswehr. Das Auswahlverfahren ist höchst selektiv und die Anforderungen sind gewaltig – psychisch wie physisch.

Nur ganz wenige schaffen überhaupt die Aufnahme in die Ausbildungseinheit. Und dann wartet eine gut 18-monatige Tortur auf sie. Ob im Hörsaal, beim Sport oder im Flugsimulator: Bevor die Jungpiloten ins Cockpit dürfen, müssen sie schon Höchstleistungen zeigen.

Für die ZDFreportage hatte Filmemacher Uli Weidenbach die seltene Möglichkeit, in der fast hermetisch abgeriegelten Welt der "Eurofighter" zu drehen und einen Blick aus nächster Nähe auf die Ausbildung der angehenden Kampfpiloten zu werfen. Die "ZDF.reportage" begleitet zwei Jungpiloten auf ihrem Weg. Wir sind dabei, wenn sie zum ersten Mal allein fliegen dürfen, zum ersten Mal allein am Steuer des Eurofighters sitzen. Wir erleben, wie sie sich auf Luftkampf und Notlandungen vorbereiten. Erfahren, wie sie mit Angst und Gefahr umgehen und was Eltern und Partnerin von ihrem Job halten.

Eine bildstarke Reportage vor einem äußerst ernsten Hintergrund - denn nach der Ausbildung warten auf die Männer reale militärische Einsätze.

Eine Film von Uli Weidenbach
Produktion: History Media
Herstellungsleitung: Isa Rekkab
Produzent: Jörg Müllner


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Rivalen der Geschichte

Rivalen der Geschichte
Strauss und Wehner


17.02.2016
18:00, ZDFinfo
Zwei Persönlichkeiten wie sie unterschiedlicher kaum sein können, liefern sich im Bundestag legendäre Redeschlachten, bekämpfen sich politisch mit allen Mitteln, streiten über die Wiederbewaffnung, die Ostpolitik, über fast alle Themen der Innen- und Außenpolitik. Franz Josef Strauß, der „König von Bayern“, und Herbert Wehner, der „heimliche Kanzler“, sind die Antipoden in der Geschichte der jungen Bundesrepublik. Fast drei Jahrzehnte währt ihre Rivalität. Solche Charakterköpfe vermissen heute viele in der Politik. Zurecht?

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Rivalen der Geschichte

Rivalen der Geschichte
Hitler und Churchill


26.12.2015
20:10, ZDFinfo
Ihre Rivalität hat Weltgeschichte geschrieben./
Hitler, der deutsche Diktator, der die Welt mit Krieg überzieht. /
Churchill, der britische Premier, das lebende Symbol unbeugsamen Widerstands gegen Nazi-Deutschland.
Im Zweiten Weltkrieg stehen sie sich gegenüber in einem Duell auf Leben und Tod.
Am 10. Mai 1940 ernennt der englische König Winston Churchill zum Premierminister.

Am selben Tag greift Hitler Frankreich und die Beneluxstaaten an.
Nach dem erfolgreichen Westfeldzug steht Hitler im Zenit seiner Macht. Weite Teile Europas sind erobert.
Nur noch ein militärischer Gegner bleibt: Winston Churchill. Er ist fest entschlossen, sich niemals zu beugen.
Hitler und Churchill: Es ist das Duell zweier ungleicher Männer, die doch vieles eint.
Im Zweiten Weltkrieg gilt für beide dieselbe Devise:
Totaler Sieg oder totale Niederlage.


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Pacific War - Der Krieg geht weiter

Pacific War - Der Krieg geht weiter
ZDF-History


26.07.2015
23.30 Uhr, ZDF
Pacific War - der Krieg geht weiter. Im Mai 1945 ist der Zweite Weltkrieg nur in Europa zu Ende. Im Pazifik kämpfen die USA weiter gegen Japan. Erst nach dem Abwurf von zwei Atombomben im August 1945 kapituliert das Inselreich. Die Dokumentation zeigt das letzte Kapitel des Zweiten Weltkriegs in Fernost, das in Europa oft vergessen wird. Mit reichem Archivmaterial, eingeordnet von führenden Experten, zeigt der Film, welche Opfer es forderte, diesen Krieg zu beenden.

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Finale!

Finale!
Sternstunden in der UEFA Champions League


06.06.2015
18.25 Uhr, ZDF
Die Dortmund-Story

Die Dortmund-Story

18.03.2015
23:15 Uhr, ZDF
Die Akte Mensch

Die Akte Mensch
Wieviel Steinzeit steckt in uns?


01.03.2015
23.30 Uhr, ZDF
Wahnsinn89 - Wie die Mauer fiel

Wahnsinn89 - Wie die Mauer fiel

04.11.2014
20.30 Uhr, ZDF
Der Mauerfall live

Der Mauerfall live

02.11.2014
23.30 Uhr, ZDF
Überraschend fällt am Abend des 9. November 1989 die Berliner Mauer. Dieser Film zeigt in einer Art Live-Reportage, was an diesem historischen Tag geschah. // Viele Bücher wurden darüber geschrieben, unzählige Filme und Dokumentationen haben versucht, das "Wunder von Berlin" zu erklären. Mithilfe von aufgezeichneten Telefonaten der DDR-Staatssicherheit und Radiomitschnitten sowie umfangreichem Amateurfilmmaterial rekonstruiert "Mauerfall live" erstmals jene packenden Stunden zwischen der Pressekonferenz von Günter Schabowski und der ausgelassenen Jubelfeier am Brandenburger Tor in Echtzeit. Unkommentiert, nur mit Originalfilm- und Tonmaterial, das zum Großteil noch nie gezeigt wurde. So entsteht ein faszinierendes Bild dieses schicksalhaften Novemberabends, der wie unzählige andere begann und dann zur turbulentesten und glücklichsten Nacht der deutschen Geschichte wurde.

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Der grosse Baumarkt-Test

Der grosse Baumarkt-Test

18.03.2014
20:15 Uhr, ZDF
Der große Frauen-Check - Die Geschichte der Gleichberechtigung

Der große Frauen-Check - Die Geschichte der Gleichberechtigung
ZDF-History


01.12.2013
23:30 Uhr, ZDF
Die magische Welt der Irular

Die magische Welt der Irular
arte Wunderwelten


03.06.2013
arte, 3. Juni 2013, 18:25 Uhr
Die Jahrhundertfälschung - Hitlers Tagebücher

Die Jahrhundertfälschung - Hitlers Tagebücher

09.04.2013
Dienstag, 09. April 2013, 20:15 Uhr, ZDF
Es war der größte Medienskandal der Bonner Republik und die wohl spektakulärste Fälschung des Jahrhunderts: Als der "Stern" am 25. April 1983 die angeblichen Tagebücher Hitlers präsentierte, stand die Welt buchstäblich Kopf. Die Geschichte des „Dritten Reiches“ müsse „in großen Teilen neu geschrieben werden“, kündigte “Stern“-Chefredakteur Peter Koch an. Elf Tage später machte ein Gutachten der Bundesanstalt für Materialforschung in Berlin dem Spuk ein Ende.

Mehr als neun Millionen D-Mark hatte der Vorstand von Gruner + Jahr für die angeblichen „Hitler-Tagebücher“ bezahlt. Für den Verlag beschafft hatte sie der einst gefeierte "Star-Reporter" Gerd Heidemann - über eine Quelle, die er nicht preisgab. Die Gier nach der journalistischen Sensation, nach Ruhm und Geld ließ ihn und alle Beteiligten beim „Stern“ einem Fälscher auf den Leim gehen, Konrad Kujau.

30 Jahre danach erzählt Jörg Müllner die Geschichte des beispiellosen Betrugs noch einmal neu. Bislang unveröffentlichte Tonbandmitschnitte von Telefonaten des „Stern“-Reporters Gerd Heidemann geben denkwürdige Augenblicke wieder, etwa nach der Entlarvung der Fälschung: „Was hast Du da bloß gemacht, Conny“, fragt Heidemann seinen Mittelsmann am Telefon, der in Wirklichkeit der Fälscher war. „Ich kann doch nichts dafür“, beteuert Konrad Kujau fadenscheinig. „Ich kann mir im Grunde nur `ne Kugel in den Kopf schießen, es ist alles aus“, sagt Heidemann resigniert.
Die Tonbandprotokolle, im späteren Gerichtsprozess als Beweismittel nicht zugelassen, sind heute eine einzigartige Quelle für das Verständnis der folgenschweren Affäre, in der es nicht immer einfach ist, Opfer und Täter zu unterscheiden. Für die ZDF-Dokumentation gab Heidemann ein mehrstündiges Interview, in dem er weiterhin dementiert, er habe Millionenbeträge unterschlagen.

Schauspieler Christoph Maria Herbst, auch bekannt durch seine „Hitler-Satiren“, liest im Film besonders groteske Passagen aus den gefälschten „Tagebüchern“ vor, ein Beispiel: „Oktober 1936. Morgens gegen 11 Uhr gründliche Untersuchung. Mache den Ärzten große Vorwürfe, da meine Schmerzen immer größer werden. Nun haben ich schon Schmerzen im Gedärm!“

Es ist nur eines von mehreren Zitaten, die den Irrwitz eines Skandals offenbaren, der beides war - zum Weinen und zum Lachen.


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Die Bayern-Story

Die Bayern-Story
Die Geschichte des Rekordmeisters


05.12.2012
22:45 Uhr, ZDF
Die Akte Hess

Die Akte Hess
Geheimnisse des Zweiten Weltkriegs


06.11.2012
ZDF, 20:15 Uhr
Ein Film von Jörg Müllner

Es ist bis heute eines der letzten großen Rätsel des Zweiten Weltkriegs. Was wollte Hitlers Stellvertreter Rudolf Hess in England? War sein Flug am 10. Mai 1941, sechs Wochen vor dem deutschen Angriff auf die Sowjetunion, die Wahnsinnstat einer labilen Persönlichkeit oder der ernsthafte Versuch eines Überzeugungstäters, den Krieg zwischen England und Deutschland zu beenden? //

Was wusste Hitler? Gab er seinem Stellvertreter sogar den Auftrag, den Frieden mit England zu verhandeln? Oder wurde Heß vom britischen Geheimdienst in eine Falle gelockt?

Der „Fall Hess“ ist auch heute noch ein Mysterium. Auch 70 Jahre nach dem Englandflug, der mit einem Fallschirmsprung bei Glasgow und in britischer Gefangenschaft endete, sind Fragen offen, tauchen immer wieder neue Spekulationen über die Mission des Hitler-Stellvertreters und seine Motive auf. Auf der Suche nach dem Schlüssel zu diesem Geheimnis wird in Moskau ein Schriftstück gefunden, das ein neues Licht wirf den geheimnisumwitterten Englandflug – seine Vorbereitung und die Folgen. Karlheinz Pintsch, Adjutant und enger Vertrauter von Rudolf Heß, schreibt 1948 in sowjetischer Gefangenschaft: Heß sei mit Hitlers Wissen geflogen, und auch England sei informiert gewesen. Jetzt streiten Experten darüber, wie glaubhaft diese Aussage ist und ob Pintsch in Gefangenschaft dazu gezwungen wurde, die Geschichte zu verdrehen.
Zu diesem Rätselraten um ein bedeutendes Kapitel Zeitgeschichte trägt bei, dass über Jahrzehnte wichtige Dokumente zum Thema nicht freigegeben wurden oder nur schwer zugänglich sie - wie etwa der private Nachlass von Rudolf Heß. Manfred Görtemaker von der Universität Potsdam erforscht als erster Experte die persönliche Korrespondenz des Hitler-Stellvertreters, die im Bundesarchiv in Bern lagert und trifft auf eine Persönlichkeit, die vom bisherigen Heß-Bild abweicht.

Bis heute wird Heß in der rechtsradikalen Szene verehrt wird, wie geheim gedrehte Aufnahmen bei Neonazi-Konzerten belegen. Und noch immer beschäftigen die Umstände seines Todes im Spandauer Gefängnis Verschwörungstheoretiker weltweit. Offiziell heißt es, der 93jährige Heß habe sich mit einem Kabel erdrosselt. Doch daran wollte die Familie von Rudolf Heß nicht glauben und beauftragte das Institut für Rechtsmedizin an der Uni München mit einer zweiten Obduktion. Professor Wolfgang Eisenmenger, damals Obduzent, spricht von den Hindernissen bei der Leichenschau. War es Mord, Selbstmord oder vielleicht sogar ein Akt aktiver Sterbehilfe? Eine eindeutige Antwort auf diese Fragen wird es wohl nicht mehr geben können. Die Alliierten lassen das Gefängnis im Oktober 1987 abreißen. Experten und Zeitzeugen diskutieren den aktuellen Stand im „Fall Heß“ – eine Geschichte, über die der Würzburger Historiker Rainer F. Schmidt sagt: „Die Rätsel um Rudolf Heß beginnen mit dem Flug und sie enden mit seinem Tod im Alliierten Militärgefängnis in Spandau. Es scheint fast so, als ob er alles daran setzte, sich unauslöschlich in die Geschichtsbücher einzutragen – durch seinen Flug und sein spektakuläres Ende.“


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Mythos Champions League

Mythos Champions League
Deutsche Triumphe und Tragödien


15.08.2012
ZDF
Geheimes Deutschland

Geheimes Deutschland

24.01.2012
20.15 Uhr, ZDF
Geheimes Deutschland

Ein Film von Jörg Müller

Sie liegen im Verborgenen, werden streng bewacht, nur wenige haben Zutritt. Deutschland ist voll von Orten, die ein Geheimnis bergen: militärische Forschungslabors, verschlossene Tempel, Treffpunkte für Insider, unterirdische Krankenhäuser, rätselhafte Kultstätten. Der Film GEHEIMES DEUTSCHLAND zeigt eine Heimat, wie sie kaum jemand kennt.

Seit jeher sorgen Menschen für Notzeiten vor, doch in Deutschland scheint dieses Bedürfnis besonders ausgeprägt zu sein. Ein Beleg dafür ist das gewaltige Bunkernetzwerk, das zur Zeit des Kalten Krieges entstand. Hunderte solcher Schutzräume sind heute noch funktionsfähig, darunter auch ganze Krankenhäuser, die unterirdisch Verletzte versorgen sollten, während oben der Atomkrieg tobt. ZDFzeit zeigt heute streng verschlossene Bunkerwelten, die wie Zeitkapseln eine Epoche festhalten, die am Abgrund taumelte.

Geheime Orte ganz anderer Art sind öffentliche Straßen, die zu Schauplätzen für illegale Autorennen werden. Die Teilnehmer suchen den ganz besondern „Kick“, filmen sich selbst und riskieren dabei ihr Leben - und das vieler anderer. Aussteiger und Aktive berichten von einem Phänomen, das schon vielen jungen Menschen das Leben kostete.

Weniger gefährlich aber dafür seit Jahrhunderten von Geheimnissen umrankt sind die Logen der Freimaurer. Ihre Treffen finden im Verborgenen statt, gut geschützt vor neugierigen Blicken. Die älteste deutsche Loge „Absalom zu den drei Nesseln“ macht eine seltene Ausnahme und gewährt Einblicke in die Rituale einer Organisation, die immer wieder mit Verschwörungen und düsteren Machenschaften in Verbindung gebracht wurde.

Faszinierend und von Mythen umwoben ist auch ein Naturdenkmal im Teutoburger Wald, dessen geheimnisvolle Anziehung Menschen wohl seit Jahrtausenden beschäftigt. Die Externsteine bei Detmold werden oft als das „deutsche Stonehenge“ bezeichnet und jährlich von Hunderttausenden besucht. Manche sehen in den hoch aufragenden Felsen eine heidnischen Kultstätte voll tiefer Symbolik, andere lediglich eine Laune der Natur. Wer hat Recht? Tragen die Steine tatsächlich Botschaften aus vorchristlicher Zeit? Oder sind sie nur eine Projektionsfläche vielfältiger Phantasien?

Ein weiteres Phänomen, das Experten ratlos macht, sind die sogenannten „Erdställe“. Immer wieder werden unter Gehöften oder Kirchen seltsame unterirdische Gewölbe entdeckt. 700 sind es allein in Bayern. Die engen, labyrinthischen Gangsysteme sind stets fundleer und entstanden im 10. oder 11. Jahrhundert. Ihre Nutzung – ungeklärt. Waren es Zweckbauten oder Kultstätten? Tore zur Unterwelt? Die Heimstatt hilfreicher Kobolde oder Erdgeister? Oder gar ein Wartesaal für arme Seelen zwischen dem Tod und dem Jüngsten Gericht? Es ist eines der letzten großen Geheimnisse der der Archäologie in Europa.


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Roms Rache

Roms Rache
Die Schlacht im Harz


09.11.2011
ZDF
Geheimakte Mauerbau

Geheimakte Mauerbau
Die Nacht der Entscheidung


09.08.2011
20.15 Uhr, ZDF
Geheimakte Mauerbau -
Die Nacht der Entscheidung

Ein Film von Jörg Müllner

Vor 50 Jahren, in den frühen Morgenstunden des 13 August 1961, begann der Bau jenes menschenverachtenden Monstrums aus Stahl, Stacheldraht und Beton, das nicht nur eine Stadt teilte, sondern auch zum Sinnbild für die Spaltung Deutschlands, Europas und der Welt wurde: Die Berliner Mauer. Sie trennte Familien und Freunde, kostete vielen Menschen das Leben, die der SED-Diktatur entfliehen wollten. Sie einte allein in der Hoffnung, dass sie eines Tages wieder eingerissen wird.

Was ging dem Mauerbau voraus? Wie kam es wirklich zur Sperrung der Sektorengrenze in der „Frontstadt“ des Kalten Krieges. Wer gab den Befehl, wer trug die Verantwortung? War es DDR-Staats- und Parteichef Walter Ulbricht, dem das eigene Volk davon lief? Oder Nikita Chruschtschow, der mächtige Staats- und Parteichef der Sowjetunion, eine der beiden Supermächte im Kalten Krieg? War es nur eine innerdeutsche Frage oder drohte eine Krise zwischen Ost – womöglich mit der Gefahr einer nuklearen Eskalation?

Jetzt freigegebene Akten aus dem russischen Staatsarchiv für Zeitgeschichte in Moskau geben Antworten auf offene Fragen und werfen ein neues Licht auf die Geschichte der Mauer. Erstmals lässt sich rekonstruieren, wer wann den Befehl zur Sperrung gab. Die Akten enthüllen wortwörtlich, was hinter den Kulissen der Macht besprochen und entschieden wurde. Sie stellen klar, wer die Weichen stellte zur Nacht der Entscheidung am 13. August 1961, als Stacheldraht und Ziegelsteine die Hoffnung der Menschen zerstörten.

Eine Grenze entstand, die von Anfang an Menschen dazu brachte, mit dem Mut der Verzweiflung die Flucht in die Freiheit zu wagen. Unter ihnen auch Grenzpolizisten und Soldaten der DDR. Einige von ihnen berichten zum ersten Mal von ihren Motiven, Ängsten und warum sie ihr Leben riskierten, um in den Westteil Berlins zu gelangen. Nicht jede Flucht endete erfolgreich: Gerd Sommerlatte, damals Soldat der NVA, flüchtete, weil er nicht auf Menschen schießen wollte. Doch die SED-Diktatur ließ ihn entführen und in die DDR zurückbringen. Verurteilt als „Republikflüchtiger“ verbrachte er Jahre im Gefängnis.

Aufwändige Computer-Grafiken machen die Dimension des Mauerbaus anschaulich. Der Film zeigt auch zahlreiche neu entdeckte Farbaufnahmen aus jenen Tagen in Berlin und zur internationalen Lage, als sich das Ringen der Supermächte um den Status von Berlin bedrohlich zuspitzte.


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Der Neandertaler-Code

Der Neandertaler-Code
Das Geheimnis der ersten Deutschen


27.06.2010
ZDF
Ein Film von Jörg Müllner und Tamara Spitzing

Er ist einer der berühmtesten Deutschen, eine Ikone der Archäologie: der Neandertaler. Seit der Entdeckung des Eiszeitmenschen 1856 treibt eine große Frage die Forschung um: Wie viel Neandertaler steckt in uns?

Jetzt ist das Rätsel gelöst – und das Ergebnis ist spektakulär. Denn der Eiszeitjäger, der vor 30 000 Jahren von der Erde verschwand, lebt weiter: in uns. Bis zu vier Prozent Urzeitgene trägt jeder moderne Mensch in sich. Das ergibt die Entschlüsselung des Neandertalergenoms durch ein Forscherteam des Max-Planck-Instituts in Leipzig. Ein Quantensprung in der Wissenschaft. Er wirft neues Licht auf den Sensationsfund des 19. Jahrhunderts, als im Neandertal bei Mettmann die weltberühmten Knochen gefunden

wurden. Der Mythos Neandertaler lässt seitdem die Forschung nicht mehr los. Wann und wo mischten sich moderne Menschen und Neandertaler? Was bedeutet der Neandertaler in uns? Warum starben unsere nächsten Verwandten aus? Und waren sie wirklich Kannibalen?

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Arabische Herrscherhäuser

Arabische Herrscherhäuser
Tausendundeine Nacht?


27.06.2010
ZDF
Ein Film von Jörg Müllner

Die arabische Halbinsel - eine Wüste für die Demokratie. Seit Menschengedenken herrschen hier Könige, Emire und Nachfolger des Propheten Mohammed. Die größten Ölvorkommen der Welt bescheren der Region sagenhaften Reichtum. Wo einst nur Wasser oder Wüste war, entstanden Märchenwelten voller Luxus und Pomp.

Was steckt hinter dieser Glitzerfassade aus Tausendundeiner Nacht? Wir reisen in das Emirat Dubai, die Megacity am Persischen Golf, wo auf Wasser Palmen wachsen und treffen mit Scheich Maktum bin Raschid Al Maktum einen Herrscher, der in der globalen Finanzkrise um seine Vision bangt.

Wir besuchen das Königreich Saudi-Arabien, ölreichstes Land der Welt, wo ein König zwischen Tradition und Terror einen Weg in die Moderne sucht. Und wir reisen ins Haschemitische Königreich Jordanien und sprechen im Palast von Amman ein glamouröses Königspaar, das vermitteln will zwischen den Fronten in einer krisengeschüttelten Region. Was haben diese Monarchien gemeinsam? Welche Gefahren bedrohen ihre Herrschaft?

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Geheime Welten

Geheime Welten
Expedition in den Untergrund


18.04.2010
ZDF
Von Jörg Müllner

Seit Jahrtausenden gräbt sich der Mensch tief unter die Erde, wenn er Wichtiges verbergen will – auch in Deutschland. Experten vermuten, dass hierzulande noch Hunderte unterirdische Geheimnisse darauf warten, gelüftet zu werden. Mysteriöse Kellersysteme, verborgene Tunnel, verschlossene Bunker und rätselhafte Höhlen verleihen Deutschlands Unterwelt eine geradezu magische Anziehungskraft für Schatzsucher, Hobbyforscher und Historiker. ZDF-History verfolgt vier heiße Spuren, die unter Tage führen. Ein mittelalterliches Kellerlabyrinth, das ein grausiges Geheimnis zu bergen scheint; der atombombensichere Geheimbunker von Erich Honecker; ein Berliner Fluchttunnel, in dem sich dramatische Aktionen abspielten; und Deutschlands größte Bunkeranlage bei Halberstadt, wo ein milliardenschwerer Schatz Diebe in die Falle lockte.

Der Film erzielte die beste Tagesquote im ZDF-Programm mit dem höchsten Jugendanteil.

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Flucht in die Freiheit

Flucht in die Freiheit
Mit dem Mut der Verzweiflung


22.09.2009
ZDF
Von Jörg Müllner

Dies ist die Geschichte mutiger Menschen und einer mörderischen Mauer. Sie sollte so undurchlässig sein, dass niemand sie überwinden konnte. Doch der Mut der Verzweiflung war stärker. Seit der Osten in der Nacht zum 13. August 1961 in Berlin die Sektorengrenzen zum Westen schloss, versuchten Tausende die Mauer zu überwinden und in den Westen zu fliehen. Sie sprangen über Stacheldraht, fälschten Pässe, riskierten ihr Leben im Todesstreifen, gruben Tunnel, kaperten U-Bahnen und einer stahl sogar einen Schützenpanzerwagen, um durch die Mauer zu brechen. "Ich wollte weg. Da hat die Angst keinen Platz", sagt Anita Moeller aus Berlin, die mit ihrem Kind durch einen Tunnel in den Westen entkam. Sie hatte Glück. Andere Flüchtlinge gerieten in mörderische Fallen der DDR-Staatssicherheit, wie der Berliner Dieter Hötger, den sieben Kugeln trafen, als er aus seinem Fluchttunnel stieg.

Was brachte Menschen dazu, alles auf Spiel setzten, ihre Freunde und Heimat über Nacht zu verlassen? Wie planten und verwirklichten sie ihre Fluchten? Wie schafften sie es, die Mauer zu überwinden? Was wusste die Staatssicherheit? Wer hatte Glück, wer bezahlte mit dem Leben? Dieser Film erzählt die Geschichte von Menschen, die in den ersten Jahren nach dem Bau der Mauer ihr Schicksal in die Hand nahmen - und der DDR den Rücken kehrten.

Es sind Menschen wie Wolfgang Engels, damals 19 Jahre alt und ziviler Angestellter der NVA. Kurz vor der Maiparade klaute er 1963 einen Schützenpanzer, fuhr einmal quer durch Ost-Berlin - und brach in Berlin-Treptow durch die Mauer. Der Panzer blieb stecken, die Grenzpolizei eröffnete das Feuer, schwerverletzt gelangte Engels auf die andere Seite - eine sensationelle Flucht, die der Welt einmal mehr vor Augen führte, wie menschenverachtend das Regime in der DDR war.

Über 28 Jahre lang trennte die Mauer die Menschen. Sie kostete Hunderten das Leben. Jahr für Jahr wurde sie zu einer immer perfekteren Todesfalle ausgebaut, zu einem Hochsicherheitstrakt, in dem scharf geschossen wurde - auf jeden Flüchtling. Jeder geglückte Fluchtversuch zog noch schärfere Sicherheitsvorkehrungen nach sich, damit niemand sie überwinden konnte. Denn das war die Aufgabe der Mauer: Sie sollte die Menschen in der DDR zum Bleiben zwingen.

Zwischen 1949 und 1961 verließen etwa drei Millionen Ostdeutsche ihre Heimat und flohen zumeist über Berlin in den Westen. Die Fluchtbewegung nahm für die DDR eine Existenz gefährdende Dimension an. Bis Anfang August 1961 verließen 160.000 Ostdeutsche ihr Land. Vor allem junge, gut ausgebildete Arbeitskräfte sahen keine Perspektive im SED-Staat. Die DDR stand kurz vor dem wirtschaftlichen Zusammenbruch. So entstand die Idee, den Aderlaß mittels einer Mauer zu stoppen. Nach anfänglichem Zögern stimmte die Sowjetunion zu - und gab der DDR die Erlaubnis zum Mauerbau.

In der Nacht zum 13. August riegelte der Osten die Sektorengrenzen zum Westen an. Der Westen sah tatenlos zu. Noch ahnte keiner dies- und jenseits des Eisernen Vorhangs, dass damit eine Tragödie ihren Anfang nahm, die unsägliches Leid nach sich zog. Noch hatten die Menschen Hoffnung, die Absperrung könnte nur eine Episode bleiben. Noch konnte sich keiner ausmalen, dass die Mauer jahrzehntelang wie eine klaffende Wunde Berlin und Deutschland durchschneiden sollte.
Die Mauer trennte Tausende Paare wie Klaus und Roswitha Köppen. Klaus lebte im Westen, Roswitha im Osten. Die Mauer zerstörte ihre Zukunftsplanungen. Was tun? Mit einem umgebauten VW Käfer wollte Klaus seine Verlobte in den Westen schmuggeln. Doch die Flucht scheiterte unter dramatischen Umständen. Wie sollte er seine Verlobte nur in den Westen holen?

Der Fluchtweg durch die Kanalisation war zu diesem Zeitpunkt versperrt; eine Flucht mit gefälschten Pässen - eine beliebte Fluchtmethode, bei der Tausende über die Grenzen kamen - kam nicht in Frage. So entschied sich Klaus Köppen für die vermeintlich sicherste Methode: die Flucht durch einen Tunnel. Gemeinsam mit anderen Tunnelbauern grub er aus Liebe zu Roswitha und seinem Töchterchen Simone monatelang einen Tunnel, der mit einer Länge von 270 Metern zum längsten der Fluchtgeschichte werden sollte. Alles lief nach Plan, bis es etwas geschah, womit niemand rechnete.

Vorbild waren die Dutzenden Tunnelfluchten, die in den ersten Jahren nach dem Mauerbau für Schlagzeilen sorgten. Berühmt wurde 1962 der "Tunnel 29", durch den 29 Menschen entkamen. Ihnen eiferten zahlreiche Fluchtwillige nach und gruben Dutzende Tunnel. So auch die Müller-Brüder, die todesmutig eine U-Bahn gekapert hatten und so in den Westen gekommen waren. Weil nicht alle Familienmitglieder mitkommen konnten, begannen sie in Berlin-Mitte mit dem Bau eines Tunnels unter der Zimmerstraße. Am 18. Juni 1962 flüchtete die Familie von Rudolf Müller Richtung Tunneleingang, als der DDR-Grenzsoldat Reinhold Huhn sie aufforderte: "Stehen bleiben oder ich schieße!" Die Situation eskalierte. Rudolf Müller schoss auf den Grenzsoldaten, der tödlich getroffen liegen blieb, während die Familie entkommen konnte.
Nach dem Fall der Mauer wurde der Tathergang noch einmal untersucht. War es Notwehr oder Mord? Rudolf Müller wurde "wegen Mordes" zu einem Jahr auf Bewährung verurteilt. "Es ist passiert", sagt Müller heute, "ohne dass ich es wollte, aber ich würde wieder einen Tunnel graben, um meine Familie zu mir zu holen. Aber ich würde niemals mehr eine Waffe anrühren."

Eine Woche nach den tödlichen Schüssen stiegen Dieter Hötger und Siegfried Noffke aus ihrem Tunnel. Sie wurden von einem Stasi-Spitzel erwartet, der sich als Fluchtwilliger ausgegeben und den Tunnel verraten hatte. Die Falle schnappte zu. Mehrere Gewehrsalven richteten im Keller ein Blutbad an. Siegfried Noffke erlag seinen Verletzungen. Dieter Hötger, der im Film zum ersten Mal über seine Flucht spricht, verschwand für Jahre im berüchtigten Stasi-Gefängnis Bautzen II.
Trotz aller Gefahren blieb Klaus Köppen fest entschlossen, seine Verlobte Roswitha und Töchterchen Simone in einem Tunnel zu sich in den Westen zu holen. "Was ich baue, ist sicher", versuchte er Roswitha zu beruhigen, die um ihr Kind fürchtete. Unter einem Bahndamm zwischen Wedding und Prenzlauer Berg arbeitete Klaus Köppen monatelang an einem Tunnel in die Freiheit. Doch es war ein Verräter unter den Tunnelbauern - kein inoffizieller Mitarbeiter der Stasi, aber ein Informant, der mit seinem westdeutschen Pass regelmäßig seine Frau im Osten besuchte. Der Lohn für seinen Verrat war die Ausreise seiner Frau. Der Tunnel flog auf.

Ausgerechnet West-Berliner Polizei beendete diesen Fluchtversuch. Denn inzwischen herrschte politisches Tauwetter zwischen Ost und West. Passierscheinvereinbarungen machten die Mauer erstmals durchlässiger. Hunderttausende konnten nach Jahren ihre Angehörigen wieder sehen. In dieser Phase der ersten Annäherung waren spektakuläre Fluchten von der Politik nicht mehr gewünscht. "Die offiziellen und geheimen Gespräche sollten nicht gestört werden", sagt Professor Klaus Schroeder, ein führende DDR-Forscher. "Man wollte den Deckel darüber legen." So ging 1964 mit der gelungenen Flucht von 57 Menschen die hohe Zeit der Fluchttunnel von Berlin zu Ende.

Klaus Köppen hatte die Hoffnung nie aufgegeben, war zweimal mit Fluchtversuchen gescheitert - zum Glück! Denn ein halbes Jahr später durften Roswitha und Simone ausreisen. Sie sind bis heute eine glückliche Familie und froh, dass ihre Flucht in die Freiheit doch noch gelang, damals 1965.
Die Mauer sollte noch weitere 24 Jahre stehen. Doch solange sie es gab, solange suchten Menschen nach Wegen sie zu überwinden.

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Angriff auf Europa

Angriff auf Europa
Wie der Zweite Weltkrieg begann


01.09.2009
ZDF
Von Christian Frey und Katarzyna Tuszynska

Der 1. September 1939 markiert das folgenreichste Datum des 20. Jahrhunderts. Mit dem deutschen Überfall auf Polen begann der Zweite Weltkrieg. An dessen Ende waren große Teile Europas verwüstet, mehr als 50 Millionen Menschen weltweit umgekommen. 70 Jahre nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges zeigen die Autoren Christian Frey und Katarzyna Tuszynska in einer deutsch-polnischen Zusammenarbeit den Weg in die Katastrophe, die mit dem Angriff auf den polnischen Nachbarn begann.

Polen- nach 150 Jahren der Teilung erst durch den Versailler Vertrag 1919 als Staat wiedererstanden, war 1939 in einer verzweifelten Lage: Eingekeilt zwischen den Mächten NS-Deutschland und Sowjetunion, bangte es um seine Existenz, war letztlich abhängig vom Rückhalt der westlichen Verbündeten, wertete jegliche deutsche Ansprüche als Aggression.
Sein Schicksal wurde besiegelt durch den Pakt zweier Todfeinde: Ende August '39 machte Hitler dem sowjetischen Diktator Stalin ein überraschendes Angebot: Große Teile Polens als Beute, im Falle eines deutschen Angriffes auf den östlichen Nachbarn. "Mit soviel Entgegenkommen von Hitler hatte Stalin nicht gerechnet. Das war mehr, als er in seinen kühnsten Träumen erwartet hatte. Hitlers Angebot hielt die Sowjetunion aus einem europäischen Krieg heraus und verschaffte ihm auch noch territoriale Gewinne", sagt der britische Historiker Richard Overy. So befahl der NS-Diktator den "Fall Weiß" den Angriff auf Polen. .Es gehe nicht um die Rückeroberung der nach dem Ersten Weltkrieg verlorenen Gebiete, machte Hitler vor Kriegsbeginn seinen Generälen klar. Es gehe um die Vernichtung Polens und die Eroberung von "Lebensraum" im Osten.

Der Überfall begann mit einer Lüge der NS-Propaganda: die Polen hätten zuerst angegriffen. Es war aber nicht die angebliche polnische Aggression, sondern auch militärische Pannen auf deutscher Seite, die eine besonders brutale Kriegführung schon in den ersten Tagen nach sich zog. Vielerorts kam es zu Fällen von "friendly fire": Deutsche Soldaten beschossen sich versehentlich gegenseitig. Ihnen wurde gesagt, polnische "Freischärler" seien für die Feuergefechte verantwortlich. Neue Forschungen gehen davon aus, dass ganze Ortschaften wegen der "Freischärler- Psychose" willkürlich verwüstet und viele Zivilisten erschossen wurden.

Der Film zeigt auch den "zweiten Krieg" - die Verbrechen hinter der Front. Schon in den ersten Kriegstagen wurden Juden, aber auch die sogenannte polnische "Oberschicht", verfolgt, terrorisiert und ermordet.

Am 28. September kapituliert die polnische Hauptstadt. Auf Warschaus ehemaliger Prachtstraße vor dem Schloss nahm Hitler die Siegesparade seiner Truppen ab. Warschau ist die erste Metropole, die durch Luftangriffe nahezu völlig zerstört wurde. Rotterdam sollte folgen, ebenso Hamburg, Köln, Berlin und Dresden. Siebzig Jahre nach dem Kriegsbeginn setzt der in deutsch-polnischer Zusammenarbeit entstandene Film Akzente der Erinnerung an ein Datum, das symbolisch für den Tiefpunkt gemeinsamer Geschichte steht. Heute ist es möglich, gemeinsam daran zu erinnern.

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Baby Bundesrepublik

Baby Bundesrepublik
Wie unsere Demokratie laufen lernte


12.05.2009
ZDF
Ein Film von Jörg Müllner

Die zweite Republik - sie war einerseits ein Geschöpf aus dem Brutkasten der Alliierten, sie hatte aber auch viele deutsche Väter und einige Mütter, wenn auch zum Teil im betagten Alter von Großeltern. Den Anstoß zum Zeugungsakt gaben die Sieger. Es war keine Idee der Deutschen, einen Weststaat auf den Weg zu bringen, sondern ein Auftrag der Amerikaner. Und die politischen Köpfe der "Eingeborenen von Trizonesien", wie die Westzonen damals besungen wurden, wollten ihn anfangs nur zögernd ausführen. Denn es bedeutete eine Vertiefung der deutschen Spaltung. Entsprechend skeptisch beobachteten die Westmächte, wie die Schüler der Demokratie eine Verfassung entwarfen. Die Telefone der westdeutschen Staatsgründer wurden abgehört; argwöhnisch beäugten die Geheimdienste der Siegermächte die Geburt der Bundesrepublik. Mit dem Ergebnis, dem Grundgesetz, waren die Paten dann allerdings sehr zufrieden. Das Verhältnis von Siegern und Besiegten erlebte einen rasanten Wandel: 1945 hatten die Deutschen eine bedingungslose Kapitulation unterzeichnet, zehn Jahre später wurde eine junge Bundesrepublik in die Souveränität entlassen.
Von der Diktatur zur Demokratie, aus Ruinen zu Rekorden, vom Feind zum Freund - zu diesen einfachen Formeln mag ein Rückblick auf die Jugendjahre der Bundesrepublik Deutschland einladen. Doch viel davon war schöner Schein. Und sicher, dass der neue Staat auch funktioniert, waren die Zeitgenossen bei der Gründung nicht. Würde Bonn wie Weimar werden? Die Staatsgeschichte begann mit einem unerhörten Verdacht: Flossen Schmiergelder, damit die Stadt am Rhein überhaupt zur Hauptstadt wurde?

Männer und Frauen, die den Aufbruch in die Demokratie erlebten, berichten: Helmut Schmidt, Egon Bahr, Hildegard Hamm-Brücher, Ernst Cramer, Hanna-Renate Laurien und Dieter Hildebrandt blicken zurück auf das "Baby Bundesrepublik" und schildern, welche Erwartungen und Befürchtungen sie damals hegten.

Der Film von Jörg Müllner zeigt aber auch, welcher Preis für die rasche Konsolidierung gezahlt wurde: Die Verdrängung der Vergangenheit und die Teilung der Nation. Menschen im Osten Deutschlands, die nicht verstanden, dass erstmal ohne sie ein Staat für die Mehrheit der Deutschen zustande kam, erinnern sich an zwiespältige Gefühle. Hans-Dietrich Genscher und Hellmuth Karasek erlebten die frühen Jahre der DDR, bevor sie in den Westen gingen. Andere - wie zunächst Wolf Biermann - aber glaubten, ein sozialistisches System werde ein besseres Deutschland hervorbringen. Heute ist das Baby Bundesrepublik erwachsen geworden und der Staat für alle Deutschen.

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History

History
Tunnel in die Freiheit


28.09.2008
ZDF
Sie wollten in die Freiheit - um jeden Preis. Mit dem Bau der Mauer war für die Menschen im Osten das letzte Tor in den Westen geschlossen. Auf Flüchtlinge wurde geschlossen. Die Absperranlagen wurden immer perfekter. Doch woran die DDR-Regierung zunächst nicht dachte, waren die Versuche mutiger Berliner, sich unterirdisch den Weg in die Freiheit zu graben und in waghalsigen Tunnelfluchten ihr Leben zu riskieren.
In den West-Medien wurden die Flüchtigen wie Helden gefeiert. Im Osten setzte die DDR-Staatssicherheit alles daran, die Szene der Tunnelbauer zu unterwandern und die "Schleusungen" zu verhindern - ebenfalls um jeden Preis. In einer jetzt entdeckten "Tunnel-Datei" des Ost-Berliner Ministeriums für Staatssicherheit sind 70 geglückte und gescheiterte Tunnelfluchten dokumentiert. Immer wieder gab es Tote.

Entdeckt haben die bislang geheime "Tunnel-Datei" der Stasi der Berliner Historiker und Journalist Sven Felix Kellerhoff und Dietmar Arnold vom Verein Berliner Unterwelten. Detailliert haben die Stasi-Spitzel in der Kartei festgehalten, wie sie Jagd auf Tunnelbauer machten, ihnen Fallen stellten, die manchmal auch Tote forderten - und nicht selten das Nachsehen hatten, weil die Flüchtigen einen Tick schneller und cleverer waren.
Der Film "Tunnel in die Freiheit" schildert drei spektakuläre Tunnelfluchten, legt erstmals Dokumente aus den Stasi-Akten offen, rekonstruiert mit aufwendigen 3-D-Animationen die Fluchtwege und lässt die Protagonisten schildern, wie sie in einer engen Röhre unter der Erde ihr Leben riskierten.


1. Tödliche Schüsse an der Mauer

Über Nacht trennte die Mauer im August 1961 Ost- von West-Berlin - und auch Rudolf Müller von seiner Familie. Doch der Gießereiarbeiter war entschlossen, seine Frau und zwei Söhne in den Westen zu holen. Er grub einen 22 Meter langen Tunnel und holte am 18. Juni 1962 Frau und Kinder in Ost-Berlin ab. Auf den Rückweg zum Tunnel stürmten zwei Grenzpolizisten auf die Flüchtenden zu, darunter der 19-jährige Reinhold Huhn, die Hand am Abzug seiner Maschinenpistole.
Müller fühlte sich bedroht, zückte die eigene Pistole und erschoss den Volkspolizisten. Anschließend setzte die Familie die Flucht erfolgreich fort. Nach der Wende wurde der Fall neu aufgerollt: Rudolf Müller wurde wegen Mordes verurteilt. Rudolf Müller sieht sich als Justizopfer und schildert im Film, warum er meint, in Notwehr geschossen zu haben.


2. Der verratene Tunnel

Dieter Hötger und Siegfried Noffke gruben 1962 einen 35 Meter langen Tunnel von der Kreuzberger Sebastianstraße in die Heinrich-Heine-Straße im Osten. Hötger wollte seine Frau in den Westen holen, Noffke seine Frau und seinen anderthalb Jahre alten Sohn. Sie ahnten nicht, dass ihr Ost-Berliner Komplize Jürgen Hennig alias IM "Pankow" der DDR-Staatssicherheit den Fluchtplan verraten hatte.
Am 28 Juni 1962 brachen Noffke und Hötger planmäßig in einen Keller in der Heinrich-Heine-Straße durch. Dort wartete IM "Pankow" - und hinter der Kellertür eine Sondereinheit der Staatssicherheit. Kaum hatten die Westberliner den Tunnel verlassen, stürmten die Stasi-Männer den Keller und eröffneten das Feuer. Familienvater Noffke starb am Tunnelausgang - ihm wurde die erste Hilfe verweigert. Dieter Hötger überlebte schwer verletzt und berichtet erstmals im Fernsehen, wie er in die mörderische Falle der Stasi tappte.


3. Das "Tunnelhaus"

Wie schützt man verdächtige Bauarbeiten? Durch unverdächtige Bauarbeiten. Nach diesem Prinzip begann Niels-Martin Aagaard im Sommer 1962 verschiedene Arbeiten an seinem Haus in Berlin - fünfzig Meter von der Grenze entfernt. Erst baute er eine große Terrasse, dann startete er eine Erweiterung seines Friseursalons - alles nur Tarnung für das heimlich Graben eines Tunnels. Am Ende versteckte die Familie Aagaard den Erdaushub sogar in Schränken und Matratzen - mit Erfolg: Am Morgen des 9. März 1963 krochen 13 Ostberliner durch den Tunnel nach Westen, darunter die gesamte Familie Aagaard.
Im Film schildern die Familienmitglieder, wie die Flucht gelang und warum die Familie nach dem Fall der Mauer zurück in das Haus zog, das jeder in der Nachbarschaft nur "Tunnelhaus" nennt. Private Filmaufnahmen der Aagaards zeigen, wie die Familie im Urlaub die Flucht plante und wie es den Flüchtenden im Westen erging.

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Majestät!

Majestät!
Abdullah und Rania von Jordanien


22.07.2008
20.15, ZDF
Ein Film von Jörg Müllner

Dieser König war und ist eine echte Überraschung. Kaum einer rechnete mit ihm. Kaum einer erwartete, dass König Hussein seinen 37-jährigen Sohn zu seinem Nachfolger bestimmte und ihm damit den Vorzug vor Kronprinz Hassan gab. Das war 1999 und die Welt staunte über die Sensation im haschemitischen Königreich von Jordanien. Wie würde ein so junger König die Herausforderungen in einer politischen Krisenregion meistern? Wie würde er sich und sein Königreich positionieren?

Fast zehn Jahre später gewährt der Monarch dem ZDF ein exklusives Interview und gibt Einblick in den Alltag eines Königs in schwieriger Mission. Seit seiner Thronbesteigung hat Abdullah II. viele Krisen überstanden und sich einen Ruf als Partner des Westens und geduldiger Vermittler im Friedensprozess im Nahen Osten erworben. Ihm zur Seite steht mit Königin Rania eine moderne arabische Frau, die derzeit als schönste Monarchin der Welt gilt, und die sich einsetzt für den Dialog der Religionen, für Frauenrechte und missbrauchte Kinder in der arabischen Welt.

Gemeinsam teilen König und Königin die Überzeugung, dass die royale Familie in Jordanien nicht nur eine zeremonielle Rolle spielt, sondern eine Aufgabe zu erfüllen hat. Für König Abdullah II. ist diese Aufgabe zu einem 24-Stunden-Job geworden. Er ist ein Monarch, der sein Reich beherrscht wie ein politischer Manager.

Abdullah II. ist ein junger König mit großer politischer Verantwortung. Er hat nicht nur repräsentative Aufgaben; als Staatsoberhaupt in der Krisenregion Nahost ist er vor allem Politiker und darum bemüht, zwischen den verfeindeten Parteien zu vermitteln.
Auch innenpolitisch legt der westlich orientierte Monarch seit seinem Amtsantritt ein flottes Tempo vor. In kürzester Zeit besetzte er wesentliche Positionen in Regierung und Armeeführung neu. Seit den Anschlägen vom 11. September 2001 gilt König Abdullah besonders im westlichen Ausland als wichtiger Gesprächspartner und Vermittler für die Region.

Er ist der vierte König Jordaniens, das 1946 als unabhängiger Staat gegründet wurde. Seine Dynastie kann allerdings auf eine weitaus längere Tradition zurückblicken: Abdullah gehört der 43. überlieferten Generation an.
Da er seine Wurzeln auf den Propheten Mohammed zurückführt, genießt das jordanische Königshaus in der gesamten arabischen Welt hohes Ansehen. In seinem Palast im Herzen von Amman spricht Abdullah II. offen über die Chancen und Herausforderungen, denen sich sein Königreich aktuell gegenübersieht.
Abdullah II. sieht sich als politischer Erbe seines Vaters König Hussein, mit dem er nicht nur in dieser Hinsicht viele Gemeinsamkeiten teilt. Wie der Vater wurde Abdullah II. in der britischen Militärakademie Sandhurst ausgebildet.
Das ZDF begleitet den König, der auf eine steile Karriere als Offizier zurückblickt, bei einem Besuch in der Akademie, in der schon sein Großvater das militärische Handwerk erlernte. Wie sein Vater liebt auch Abdullah II. die sportliche Herausforderung, schnelle Autos und vor allem Motorräder.

Er ist ein reformfreudiger Monarch, der ungewöhnliche Wege geht - auch im Umgang mit den Jordaniern. Von Zeit zu Zeit mischt er sich verkleidet unters Volk, um zu erfahren, wie die Menschen in seinem Land leben, was sie bedrückt und wie es um die Monarchie bestellt ist. Das Volk weiß von dieser Vorliebe. Die Berichte, der König sei inkognito unterwegs, entsprechen zwar nicht immer der Wahrheit, aber sie helfen, so manchen Beamten freundlicher zu stimmen oder Warteschlangen aufzulösen.
Im ZDF-Interview spricht Abdullah II. über sein Selbstverständnis als Monarch in einer von politischen Krisen heimgesuchten Region und entwickelt eine Vision, was getan werden muss, um Jordanien auf dem Weg der Modernisierung weiterzuführen und den israelisch-palästinensischen Konflikt möglichst noch im Jahr 2008 zu lösen.

Noch bevor Abdullah offizieller Thronfolger wurde, lernte er auf einem Bankett die schöne Palästinenserin Rania kennen, deren Familie es während der irakischen Besetzung Kuwaits nach Jordanien verschlagen hatte. Sie war der Einladung ihres Arbeitgebers, des Bankdirektors der Citibank Amman gefolgt.
Am 10. Juni 1993 heirateten Rania und Abdullah. 1994 wurde der Thronfolger Hussein geboren, 1996 Tochter Iman, 2000 Tochter Salma und 2005 Sohn Haschem. Seit der Krönung Abdullahs engagiert sich Königin Rania im sozialen Bereich und spricht auch immer wieder Tabuthemen in der jordanischen Gesellschaft an, etwa die Praxis der so genannten Ehrenmorde an Frauen, die ein Viertel der Gewaltverbrechen im Land ausmachen. Ihr großes Engagement wird auch im Ausland gewürdigt. 2002 erhielt Rania al Abdullah den "Deutschen Medienpreis", im Jahr 2007 den "Ehren-Bambi".

Der Film führt in die Welt der prachtvollen Paläste des jordanischen Königshauses, in denen die über 800-jährige Geschichte der haschemitischen Dynastie, die einst auch über die Heiligen Stätten von Mekka herrschte, überall spürbar ist. Hier regiert Abdullah II. ein Königreich mit vielen Gesichtern: die Nabatäerstadt Petra gehört zu den berühmtesten Monumenten der Welt; am Jordan spielten viele biblische Geschichten; das Königreich von Abdullah II. bewahrt Zeugnisse aus 10.000 Jahren menschlicher Kultur und bietet mit dem Toten Meer, dem tiefstgelegenen Punkt der Erde, den heißen Wüsten aus Basalt oder der spektakulären Korallenwelt vor Aquaba zahlreiche touristische Attraktionen. Der König selbst, hochrangige jordanische Politiker, geistliche Instanzen wie der Großmufti von Jordanien, Historiker der Universität Jordan in Amman und Mitarbeiter des Königlichen Hofes geben Einblicke in die Funktionsweise dieses Königreichs zwischen Jordan und Wüste.

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Hitlers Österreich

Hitlers Österreich
2. Der Krieg


18.03.2008
20.15, ZDF
Ein Film von Jörg Müllner

Welche Rolle spielte Österreich im Zweiten Weltkrieg? Nach dem sogenannten "Anschluss" wurde das Land in "Ostmark" umbenannt. Den Staat gab es nicht mehr. Die Österreicher galten im vergrößerten Hitler-Reich als Deutsche. So wurden auch sie in einen mörderischen Krieg hinein gezogen - ob sie es wollten oder nicht. 1,25 Millionen Österreicher gehörten der Wehrmacht und der SS an. In welchem Umfang waren sie an den Verbrechen des Regimes beteiligt? Gab es Unterschiede zu den sogenannten "Reichsdeutschen"?

Der zweite Teil der Dokumentation zeigt Schlüsselmomente der Kriegsjahre in Österreich und schildert Karrieren in der Diktatur wie die des KZ-Arztes Aribert Heim, der in Mauthausen mordete und heute noch immer gesucht wird; aber der Film zeigt auch Beispiele von Mut, von Menschen, die ihr Leben für andere aufs Spiel setzten, wie der Österreicher Erwin Leder, der in einem deutschen Lager Tausenden sowjetischen Gefangenen das Leben rettete, oder Edeltrud Becher, die in ihrer Wiener Wohnung bis Kriegsende drei Juden versteckte.

Neueste Forschungen zeigen, dass österreichische Soldaten "mehrheitlich im deutschen Gleichschritt" marschierten und sich bis zuletzt zu großen Teilen freiwillig meldeten. Eine Analyse belegt, dass der Anteil der Österreicher an leitenden Positionen in den Konzentrationslagern besonders hoch war. Wie lässt sich das erklären?

Es gab auch das andere Österreich: Immer mehr Details zum Widerstand werden bekannt. Tausende Akten von Gestapo-Opfern zeugen von unmenschlichen Repressalien gegen Regime-Gegner. Die wohl größte Demonstration gegen das NS-Regime fand im Wiener Stephansdom statt, schon im Oktober 1938, nachdem Kardinal Innitzer den "Anschluss" zunächst begrüßt hatte.

Im Sommer 1943 hofften die Alliierten, in Österreich einen Aufstand gegen das NS-Regime entfachen zu können. In der sogenannten "Moskauer Deklaration" sprachen sie vom "ersten freien Land, das der Hitlerschen Aggression zum Opfer gefallen ist" und versprachen, nach dem Krieg wieder "ein freies und unabhängiges Österreich" zu schaffen, wenn es selber einen Beitrag zu seiner Befreiung leiste. Doch es gab bis Kriegsende kaum größere Widerstandsaktionen.

Österreich als "Opfer"? Dieses Selbstverständnis half dem jungen Staat nach dem Krieg eine neue Identität zu finden. Dass dieser Standpunkt längst in Frage steht, dazu haben auch die Studien renommierter österreichischer Historiker beigetragen, auf die sich dieser Film stützt.

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Hitlers Österreich

Hitlers Österreich
1. Der "Anschluss"


11.03.2008
20.15, ZDF
Ein Film von Jörg Müllner

Eine zweiteilige Dokumentation der ZDF-Redaktion Zeitgeschichte spiegelt die Rolle Österreichs in der NS-Zeit. Vor 70 Jahren, am 12. März 1938, ließ Hitler Soldaten der Wehrmacht und Polizisten, insgesamt 105 000 Mann, mit teils schwerer Bewaffnung in Österreich einmarschieren. Drei Tage später, am 15. März, jubelte eine große Menschenmenge auf dem Heldenplatz in Wien ihrem früheren Landsmann Adolf Hitler zu, der "den Eintritt meiner Heimat in das Deutsche Reich" verkündete. Der sogenannte "Anschluss" Österreichs an Hitler-Deutschland wurde in kürzester Zeit vollzogen. Die Propagandabilder von jubelnden Menschen, die Hitler und seine Truppen willkommen heißen, suggerierten eine überwältigende Zustimmung in Österreich zu der - wie es damals hieß - "Wiedervereinigung" mit Deutschland.

Wie konnte es dazu kommen? War es ein friedlicher Anschluss oder de facto eine Annexion? Warum gab es keinen erkennbaren Widerstand? Wäre eine Auflehnung zwecklos gewesen? Wie groß war die Zustimmung tatsächlich? Solche Fragen haben auch nach 70 Jahren nicht an Brisanz verloren.

Hitlers Griff nach Österreich jedenfalls war auch das Ergebnis von Erpressung, Attentaten, Lügen und Intrigen. War es also doch das erste Opfer der Expansionspolitik des NS-Diktators? War der Jubel auf den Straßen und Plätzen von der NS-Propaganda inszeniert? Wie groß war die Bereitschaft der Österreicher, ihre Heimat mit NS-Deutschland zu vereinen?

Bislang unbekannte Farbfilme, die jenseits der Propaganda entstanden, vermitteln aufschlussreiche Einblicke, zeigen Reaktionen der Bevölkerung aus verschiedenen Perspektiven. Lange verschollen geglaubte Filmaufnahmen aus der Zeit des NSDAP-Verbots in Österreich dokumentieren, mit welchen Methoden Hitlers Bewegung die kriselnde Republik unterwanderte.

Renommierte österreichische Historiker wie Prof. Dr. Gerhard Botz von der Universität Wien legen Erkenntnisse ihrer Forschung dar - mit zum Teil verblüffenden Schlussfolgerungen: "Hitler wurde als erfolgreicher Auslandsösterreicher wahrgenommen. Für viele war er eine Art Ersatz-Monarch, der Wohlstand und außenpolitische Stärke versprach."

Die zweite Folge der Dokumentation reflektiert die Rolle Österreichs im Zweiten Weltkrieg bis zur Kapitulation 1945.

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Der Kennedy-Mord

Der Kennedy-Mord

18.09.2007
20.15, ZDF
Das Attentat auf John F. Kennedy ist der größte ungelöste Mordfall des 20. Jahrhunderts. Noch immer ist umstritten, wer am 22. November 1963 in Dallas letztlich die tödlichen Schüsse auf den 35. Präsidenten der USA abfeuerte. War es tatsächlich der Einzeltäter Lee Harvey Oswald, wie es regierungsamtlich in den USA heißt? Oder gab es eine Verschwörung, die zum Attentat führte? Die Zweifel an der offiziellen Position, die im sogenannten "Warren-Report" zum Ausdruck kommt, sind in den letzten Jahren stärker geworden. Jetzt deuten jüngst geöffnete Geheimdienst-Akten, Autopsieunterlagen, Abhörprotokolle des FBI und Analysen von Filmmaterialen auf andere Spuren hin. Sie weisen auf andere Spuren hin, auf einen möglichen Täterkreis und seine Hintermänner.

Zahlreiche Rätsel und Verschwörungstheorien ranken sich um den Schicksalstag von Dallas. Gab es einen oder mehrere Schützen? Welche Rolle spielte der US-Geheimdienst CIA? War die amerikanische Mafia in den Mord an John F. Kennedy verstrickt? Handelte Lee Harvey Oswald im Auftrag der Sowjetunion oder Kubas? An erster Stelle in der Galerie der Tatverdächtigen stand zuletzt Kubas Staatsoberhaupt Fidel Castro, der selbst mehrfach Zielscheibe von Attentatsplänen seitens der USA geworden war und sich angeblich dafür rächen wollte. Die Spekulationen über Täter, Hintermänner und Motive erreichten einen Höhepunkt im Jahr 1991, als US-Regisseur Oliver Stone den Kennedy-Mord in dem Spielfilm "JFK - Tatort Dallas" als konspiratives Werk von CIA und Pentagon darstellte. Der öffentliche Aufschrei um den Film veranlasste den US-Kongress, die Öffnung aller Unterlagen zur Ermordung John F. Kennedys zu prüfen. Eine Untersuchungskommission machte bis Ende der 90er Jahre knapp fünf Millionen neue Dokumente publik. Doch entscheidende Akten, die zur Aufklärung des Mordes beitragen könnten, blieben unter Verschluss. Allein der Geheimdienst CIA verweigert die Freigabe von über Tausend Dokumenten zum Fall JFK. Sie sollen der Öffentlichkeit erst 2017 zugänglich gemacht werden.

Jetzt ist es einem Team von amerikanischen Experten und Historikern gelungen, Licht ins Dunkel um die Ermittlungen im Mordfall Kennedy zu bringen. Über 40 Jahre später haben sie in bislang unveröffentlichten Akten zahlreiche Versäumnisse, Vertuschungsaktionen und Manipulationen bei den Ermittlungen enthüllt. Jefferson Morley, Redakteur der "Washington Post" entdeckte in CIA-Unterlagen Beweise, dass der mächtige Geheimdienst Lee Harvey Oswald zuvor mehrfach observiert hatte: "Der Kennedy-Mord war eine Anhäufung von Geheimdienstpannen und dem Unvermögen der CIA, einen Mann zu identifizieren, der eine Bedrohung für den Präsidenten darstellte". Oswald konnte ungehindert mit einem Gewehr ins Schulbuchgebäude von Dallas gelangen und vom 6. Stockwerk auf den Präsidenten schießen. Aber war er wirklich der alleinige Schütze?

Bei der Autopsie des toten Präsidenten in einem Marine-Hospital bei Washington sei an Protokollen, Röntgenbildern und sogar an der Leiche des Präsidenten selbst manipuliert worden, um Hinweise auf einen zweiten Schützen am Tatort zu verschleiern. Dies sagt Douglas Horne, Mitglied der Untersuchungskommission von 1992 bis 1998, der vor der Kamera noch einmal die entscheidenden Momente der Autopsie analysiert, auf Fälschungen hinweist und zu dem Schluss kommt, dass die Wunden am Körper durch mindestens zwei Schützen entstanden sein müssen.

Zum selben Ergebnis kommt eine Einzelbild-Analyse des Amateurfilms von Abraham Zapruder aus Dallas, der als einziger den tödlichen Schuss auf John F. Kennedy gefilmt hat. Dieses entscheidende Filmdokument wurde für das ZDF erstmals in einer hochauflösenden Version vollständig restauriert. Laut Prof. David Wrone, Historiker von der Universität Wisconsin, zeigt der Zapruder-Film eindeutig, "daß Kennedy von mindestens zwei Schützen ins Kreuzfeuer genommen wurde." Wer aber waren die Hintermänner und welche Absichten hatten sie?

Die amerikanische Mafia hatte gleich mehrere Motive, Kennedy aus dem Weg zu räumen. Nach Ansicht der Paten hatte es John F. Kennedy nur ihrer Unterstützung zu verdanken, dass er die Präsidentschaftswahl 1960 mit einem knappen Vorsprung gewonnen hatte. Trotzdem wurde unter Kennedys Präsidentschaft das organisierte Verbrechen verfolgt wie nie zuvor. Die Zahl der Verurteilungen gegen Mafiosi verdreifachten sich; ein Mafia-Boss wurde gar nach Guatemala deportiert. John F. Kennedys Bruder Robert war als Justizminister die treibende Kraft bei dieser Verhaftungswelle - und brachte die Mafia gegen den US-Präsidenten auf. Der amerikanische Kennedy-Experte Lamar Waldron, der seit 20 Jahren an der Aufklärung des Falles arbeitet, präsentiert bislang unbekannte Dokumente, die darauf hindeuten: Nicht der kubanische Geheimdienst oder andere Verdächtige hätten Kennedy umgebracht, sondern die amerikanische Mafia. "Drei Mafia-Bosse haben zusammengearbeitet, den Präsidenten zu töten", sagt Waldron. "Das wissen wir aus Abhörprotokollen des FBI, in denen offen von einem Attentat auf den Präsidenten gesprochen wird."

Vor den tödlichen Schüssen in Dallas sei der Präsident schon mehrmals ins Visier der Mafia geraten, sagt Waldron. So sollte Kennedy am 2. November 1963 in Chicago einem Anschlag zum Opfer fallen, doch der Versuch scheiterte. Bislang unbekannt war, dass schon vier Tage vor den tödlichen Schüssen in Dallas, am 18. November 1963, ein Attentatsversuch auf ihn geplant war.

Der Film gibt neue Antworten auf Fragen nach den möglichen Tätern, Hintermännern und den Motiven für den Mord an John F. Kennedy. Die Erkenntnisse der Experten werden durch Aussagen aus dem persönlichen Umfeld gestützt, etwa von Gore Vidal, Bestsellerautor und Stiefvater von Jackie Kennedy. Aufwändige Computerarnimationen rekonstruieren auf der Basis aller heute verfügbaren Fakten den möglichen Tathergang. Die Experten und Historiker, die im Film zu Wort kommen, ziehen ihr Resümee: Kennedy starb in einem Kreuzfeuer, wurde Opfer einer Verschwörung, in der die Mafia die Schlüsselrolle spielte.

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Rommels Schatz

Rommels Schatz

29.05.2007
20.15, ZDF
Es ist eines der letzten Rätsel des Zweiten Weltkrieges und begann mit einer Geheimoperation im Schatten von Rommels Feldzug in Nordafrika: Ein Goldschatz im Millionenwert, der 1943 unter mysteriösen Umständen versenkt worden ist, wartet bis heute darauf gehoben zu werden. Die Legende vom sogenannten "Rommel-Schatz" dreht sich um sechs Metallkisten voll Gold, Silber und Juwelen. SS-Männer erpressten den "Schatz" von tunesischen Juden und versenkten ihn vor der Küste Korsikas.

Schon Dutzende Expeditionen forschten nach dem Raubgold am Meeresgrund, aber alle - ob Schatztaucher, US-Millionäre oder der französische Staat - blieben erfolglos. Denn die Suche wurde nicht nur durch die ungenauen Angaben über den Versenkungsort erschwert, sondern auch von mysteriösen Schiffshavarien und Todesfällen überschattet. Jörg Müllner und Jean-Christoph Caron von der History Media GmbH begleiten eine Tauchexpedition, die sich noch einmal auf die Spur des sagenumwobenen Schatzes begibt. Mit moderner Ortungstechnik und neuen Informationen über den wahren Versenkungsort will der renommierte Bergungsunternehmer und Schatzsucher Klaus Keppler das Geheimnis um den Schatz lüften.

Was verbirgt sich hinter der populären Legende, wem gehörte der Schatz und was wusste Rommel selbst von der Kriegsbeute aus Afrika? Neu entdeckte Dokumente aus einem jüdischen Nachlass und aus dem Archiv der CIA belegen erstmals die tatsächliche Existenz, die wahre Herkunft und den Verbleib des geheimnisvollen "Rommel-Schatzes". Sein wirklicher Ursprung ist eng verbunden mit bislang unbekannten Verbrechen der SS gegen Juden in Tunesien kurz vor dem deutschen Abzug aus Nordafrika im Mai 1943.

Zum ersten Mal berichten Zeitzeugen aus der Sicht der Täter und Opfer, wie die SS in Tunesien systematisch die jüdische Bevölkerung erpresste und ausraubte. Bislang unveröffentlichte Farbfilme vermitteln ein eindringliches Bild von Rommels Krieg in Tunesien.

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Rommels Krieg

Rommels Krieg

22.05.2007
20.15, ZDF
Schon zu Lebzeiten war Erwin Rommel bei Verbündeten und Alliierten gleichsam legendär. Blitzartige Vorstöße und ein unbändiger Drang zur Offensive waren die Markenzeichen des populärsten Generals im "Dritten Reich". Kein anderer Militär hatte einen so hohen Stellenwert in der NS-Propaganda wie Erwin Rommel. Lange Zeit umgab ihn der Mythos, sein Krieg in Nordafrika sei frei von den Vernichtungsplanungen der SS gewesen. Jetzt eröffnen neu entdeckte Dokumente ein anderes Bild von Rommels Krieg. Bislang war unbekannt, dass während Rommels Feldzug auch die Juden Nordafrikas und Palästinas ins Visier der SS gerieten. Was wusste Rommel von den Plänen der NS-Führung in Berlin, den Holocaust auch in den Nahen Osten zu bringen? Was bleibt von der Legende eines scheinbar unpolitischen Militärstrategen, der von Goebbels gezielt zu einer Art Star aufgebaut wurde und im November 1941 beinahe seinem eigenen Mythos zum Opfer gefallen wäre?

Erstmals berichten britische Soldaten eines Sonderkommandos von einem Attentat auf Rommel. Um ein Haar wäre es geglückt. Am 18. November 1941 setzte ein U-Boot das Sonderkommando an der libyschen Küste ab, um Rommel in einem seiner Hauptquartiere gefangen zu nehmen oder zu töten. Großbritanniens Premier Churchill versprach sich davon einen Propaganda-Coup, der die Moral des deutschen Afrikakorps brechen sollte. Der Versuch scheiterte. Erst in der Entscheidungsschlacht bei El Alamein im Oktober 1942 gelang es den Alliierten, Rommels Truppen den entscheidenden Schlag zu versetzen und die Legende vom scheinbar unbesiegbaren deutschen General zu beenden.

Der Film von Jörg Müllner zeigt, welche Personen mit welchen Methoden Rommel zum Propagandastar machten und wie Rommel einen Krieg an mehreren Fronten führte - nicht nur auf den Schlachtfeldern von Nordafrika, sondern auch gegen Neider und Rivalen im Oberkommando des Heeres, die in ihm einen Emporkömmling sahen, der abgelöst gehöre. Rommel, der Zeit seines Lebens etwas gelten und in die Annalen der Militärgeschichte eingehen wollte, verdankte seinen steilen Aufstieg seiner Taktik wagemutiger, aber auch verlustreicher Vorstöße und seiner Nähe zu Hitler, der ihn seinen Lieblingsgeneral nannte. Seine Erfolge auf den Schlachtfeldern hat Rommel allerdings auch anderen zu verdanken, weitsichtigen Kommandeuren oder der Funkaufklärung etwa, die schon früh den britischen Funkcode in Afrika geknackt und Rommels Überraschungsangriffe erst ermöglicht hatte. Vieles, was den "Mythos" Rommel ausmacht, stellt sich in der Realität anders dar. So gilt Rommel bis heute als fürsorglicher, bei Soldaten beliebter Feldherr. Andererseits forderten seine aggressiven Vorstöße hohe Verluste.

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Rivalinnen

Rivalinnen
Eva Braun und Magda Goebbels


01.08.2006
20.15, ZDF
Magda Goebbels ist die Vorzeige-Frau der Nationalsozialisten, Hitlers "First Lady". Denn der Diktator ist unverheiratet, seine Liebe gehöre "Volk und Vaterland".
Sendetermine

Sa, 18.12.10, 17.00 Uhr

Mo, 20.12.10, 06.30 Uhr

Doch hinter den Kulissen wartet seine geheime Geliebte Eva Braun. Die Geschichte des Wettstreits der beiden Frauen um Hitlers Gunst zeigt, dass Eva Braun nicht nur die naive Frau war, sondern als Rivalin von Magda Goebbels mit Geschick und Ausdauer ihre Wünsche und Ziele erreichte, während die Frau des Propagandaministers in vielen Punkten das Nachsehen hatte. 17 Jahre war Eva Braun alt, als sie Adolf Hitler in einem Fotostudio in München kennenlernte. Die junge Frau war nach den Vorstellungen des Diktators die ideale Besetzung: "Es gibt nichts Schöneres, als sich ein junges Ding zu erziehen, das biegsam ist wie Wachs." Magda Goebbels hingegen musste sich mit einer platonischen Beziehung zu Hitler zufrieden geben. Die Staatsräson verlange das, sagte die Frau des Propagandaministers. "Ich liebe auch meinen Gatten, aber meine Liebe zu Hitler ist stärker, für ihn wäre ich bereit, mein Leben zu lassen. Erst als mir klar war, dass Hitler keine Frau mehr lieben kann, sondern, wie er immer sagt, nur Deutschland, habe ich in die Ehe mit Dr. Goebbels eingewilligt, weil ich damit nun dem Führer nahe sein kann."

Damit nahm eine wenig beachtete, aber erbittert geführte Rivalität zwischen Magda Goebbels und Eva Braun ihren Anfang. Sie sollte das Leben beider Frauen bis zum Tod bestimmen. Die Geschichte dieses Wettstreits um Hitlers Gunst zeigt, dass Eva Braun nicht nur die naive Frau war, die auf dem Obersalzberg ein Leben wie eine Gefangene führte, sondern als Rivalin von Magda Goebbels mit Geschick und Ausdauer ihre Wünsche und Ziele erreichte. Von Anfang an übte Eva Braun Druck auf Hitler aus, wollte nicht nur die heimliche Geliebte sein. Sie verübte mehrere Selbstmordversuche, erreichte schließlich, dass er sie 1936 auf den Berghof holte. Allein auf den Ehering wartete sie vergebens. Sie verbrachte ihre Zeit damit, Hitlers privates Umfeld abzulichten. Es entstanden Fotos und Amateurfilme, die beklemmend naiv wirken. Von politischen Dingen wollte sie nichts wissen. Darin unterschied sich Eva Braun maßgeblich von Magda Goebbels. Diese war fanatisiert von Hitlers Ideologie, genoss den Aufstieg des Mannes, den sie 1930 zum ersten Mal traf - und sogleich verfiel.

Magda Goebbels wurde die erste Dame im Reich. Sie war elegant und gebildet, hatte sechs Kinder mit Joseph Goebbels und wurde von dessen Propagandamaschinerie zur "Mutter im Reich" stilisiert. Als ihr die Sonderstellung Eva Brauns im Leben von Adolf Hitler bewusst wurde, begann Magda eine Hetzkampagne gegen die Rivalin. Es entwickelte sich eine Jahre lange Fehde auf Distanz. Erst als die Rote Armee kurz vor Berlin stand, entschied sich im Bunker unter der Reichskanzlei das Schicksal der beiden Rivalinnen um die Gunst des "Führers": Am 28. April kurz vor Mitternacht wurden Hitler und Eva Braun im Bunker getraut. Anschließend begingen sie Selbstmord. Magda Goebbels vergiftete ihre Kinder, bevor sie sich mit ihrem Mann das Leben nahm.

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Göring - Eine Karriere

Göring - Eine Karriere
3. "Nazi Nummer Eins"


28.03.2006
20.15, ZDF
Hermann Görings Tod war so theatralisch wie sein Leben. Vom Nürnberger Tribunal zum Tode verurteilt, beging er am 15. Oktober 1946, wenige Stunden vor der Urteilsvollstreckung, mit einer Giftkapsel Selbstmord.
Die letzten Wochen des Kriegs hatte er damit verbracht, seine geraubten Kunstschätze in Sicherheit zu bringen. In völliger Verkennung der Lage glaubte Göring, er könne einen Frieden mit den Alliierten aushandeln, aus Hitlers Schatten heraustreten und seine Nachfolge übernehmen. Am 23. April 1945 sendete er von Berchtesgaden aus einen Funkspruch in Hitlers Bunker, er werde die Macht im Reich übernehmen, wenn Hitler nicht bis 22 Uhr ein Lebenszeichen von sich gebe. Angestachelt von Görings Intimfeind Martin Bormann ließ Hitler den "Verräter" Göring von der SS verhaften und all seiner Ämter entheben. Am 7. Mai 1945 ging der "Reichsmarschall" in amerikanische Gefangenschaft. Sein lapidarer Kommentar, als ihn die GI´s in Gewahrsam nahmen: "Wenigstens 12 Jahre anständig gelebt".

Für die Amerikaner war er nach Hitlers Selbstmord "Nazi Nr.1" und der wichtigste Angeklagte vor dem Internationalen Militärtribunal. Im Nürnberger Justizgebäude wurde ihm nach einer Entziehungskur und einer Radikaldiät in monatelangen Verhören seine Rolle im "Dritten Reich" klar vor Augen geführt: Die des skrupellosen Vollstreckers, der Hitler half, an die Macht zu gelangen, der Enteignung, Entrechtung und Ermordung der europäischen Juden mit vorantrieb, und der Hitlers Wahn von Unbesiegbarkeit im mörderischen Vernichtungskrieg noch schürte. Am Ende wurde Göring vom Tribunal in allen Punkten für schuldig befunden und zum Tod durch Erhängen verurteilt.

Der dritte Teil der Trilogie schildert das Geschehen um Hermann Göring in den letzten Kriegswochen, dokumentiert die dramatischen Umstände seiner Gefangennahme und analysiert Görings Rolle als Hauptangeklagter vor dem Nürnberger Tribunal. Der Nürnberger Gefängnisarzt John K. Lattimer und der damalige Wachsoldat William Glenny berichten von den mysteriösen Geschehnissen um Görings Selbstmord.

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Göring - Eine Karriere

Göring - Eine Karriere
2. Der zweite Mann


21.03.2006
20.15, ZDF
Seit dem 1. September 1939 führt Hermann Göring als Chef der Luftwaffe einen Krieg, den er selbst nicht gewollt hat. Zu sehr sieht er seine Reichtümer und seine Macht durch eine Schlacht mit ungewissem Ausgang gefährdet. Doch allen Bedenken zum Trotz trägt Göring Hitlers Vernichtungskrieg von Anfang an mit. Auf seinen Befehl werden alle polnischen Juden enteignet und polnische Zivilisten für die deutsche Rüstungsindustrie zwangsrekrutiert. 1940, auf dem Höhepunkt seiner militärischen Erfolge erhält Göring den eigens für ihn geschaffenen höchsten militärischen Dienstgrad: "Reichsmarschall des Großdeutschen Reiches". Doch an den Fronten zeigt sich immer deutlicher, dass die Luftwaffe für diesen Krieg nicht gerüstet ist. Görings Ansehen nimmt massiven Schaden, vor allem bei Hitler, der ihm fortan immer weniger zutraut.

Er wolle "Meier" heißen, wenn auch nur ein feindliches Flugzeug am Himmel über Deutschland erschiene, hatte Göring am Beginn des Kriegs großspurig verkündet. Als der Bombenkrieg der Alliierten immer katastrophalere Ausmaße annimmt, entzieht er sich der Verantwortung. Die Jagd nach Kunstschätzen und Reichtümern überall in Europa interessiert ihn mehr. Ein Heer von Agenten durchkämmt in seinem Auftrag die besetzten Länder Europas nach Gemälden und Skulpturen für sein Privatmuseum in seinem Landsitz Carinhall. Die Lageberichte, wie die über die Landung der Alliierten in der Normandie im Sommer 1944 oder den Zusammenbruch der deutschen Luftverteidigung, zerreißt er schlichtweg. Noch am 12. Januar 1945 stellt Göring in Carinhall die Pläne zu einer gigantischen Erweiterung seiner Residenz vor, die bis Ende der 50er Jahre zum Hermann-Göring-Museum ausgebaut werden soll. Am selben. Tag beginnt an der Ostfront die Sowjetische Winteroffensive, die die Rote Armee binnen weniger Monate bis nach Berlin führen wird.

Der zweite Teil der Trilogie "Göring - Eine Karriere" schildert den beruflichen Niedergang des Emporkömmlings Hermann Göring, der sich der Realität zunehmend durch die Flucht in eine bizarre Welt aus Drogen, Jagd und Kunstraub zurückzieht. Neue Erkenntnisse und Zeitzeugenberichte erhellen seinen Beutezug durch die europäischen Kunstsammlungen. Erstmals wird auch die Verstrickung der "Division Hermann Göring" in Massaker in Italien umfassend dargestellt. Ein virtueller Rundgang durch Görings Landsitz "Carinhall" verdeutlicht die Entwicklung des Gutes von einer Jagdhütte zum pompösen Schloss und zeigt, wie das "Hermann-Göring-Museum" Ende der 50er Jahre ausgesehen hätte.

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Göring - Eine Karriere

Göring - Eine Karriere
1. Der Komplize


14.03.2006
20.15, ZDF
Hermann Göring war ein Mann mit vielen Gesichtern. Er war eitel, verschlagen, brutal wie kaum ein anderer Gefolgsmann Hitlers, und doch war er im NS-Reich populärer als sie alle, zeitweise sogar beliebter als Hitler selbst. Hermann Göring verbarg die gewalttätigen Züge seines Wesens hinter launiger Leutseligkeit und war doch in jede große Unrechtsaktion des Regimes verwickelt. Frei von Zweifeln gab er offen zu, gewissenlos zu sein. "Ich habe kein Gewissen. Mein Gewissen heißt Adolf Hitler."

60 Jahre nach dem Nürnberger Prozess dokumentiert die Trilogie "Göring - Eine Karriere" Aufstieg und Fall der schillerndsten Figur des Nazireiches. Sie stützt sich dabei auf neueste wissenschaftliche Erkenntnisse und auf einen der spektakulärsten Filmfunde seit langem: Die Privatfilme Hermann Görings. Mit seiner Kamera hat der "Reichsmarschall" festgehalten, was ihm wirklich wichtig war: Sein pompöser Wohnsitz Karinhall in der Schorfheide, seine Motoryacht und seine zusammengerafften Kunstschätze. Die mehr als sechs Jahrzehnte alten Filmrollen geben Einblick in die Gedankenwelt des Hermann Göring, der zeit seines Lebens verzweifelt bemüht war, den schönen Schein aufrechtzuerhalten.

Teil 1 "Der Komplize" zeigt, wie aus einem hochdekorierten Flieger des Ersten Weltkriegs ein rücksichtsloser und korrupter Handlanger Hitlers wird. Seit seiner Verletzung beim gescheiterten Hitlerputsch von 1923 morphiumabhängig, ist Göring ein Getriebener seiner Süchte. Drogen, Macht, Geld - Göring sammelt Titel wie Orden und stilisiert sich so zu einem öffentlichkeitswirksamen Gegenbild des eher asketischen Adolf Hitler. Doch so bizarr seine Erscheinung ist, so faktisch ist die Gegenleistung, die er seinem Führer für all die materiellen Vergünstigungen bietet. Seit seiner Ernennung zum Reichsbeauftragten für den Vierjahresplan bereitet Göring in enger Zusammenarbeit mit der Industrie Hitlers Krieg vor. Der Mann, der 1935 die Nürnberger Rassegesetze verkündet und nach der sogenannten "Kristallnacht" 1938 von der jüdischen Bevölkerung eine Milliarde "Schadenersatz" fordert, ist oberster Koordinator für die "Arisierung" , die zur Ausschaltung der Juden aus der deutschen Wirtschaft führt. In nahezu allen Angelegenheiten weiß er sich mit Hitler einer Meinung. Doch als Hitlers Kriegskurs immer offensichtlicher wird, geht Göring auf Distanz, Er ist auf dem absoluten Zenit seiner Macht. Er hat es vom mittellosen Postflieger zum schwerreichen Gutsbesitzer und höchstdekorierten Vorzeigesoldaten gebracht. Er hat viel zu verlieren in einem Krieg. Doch der wird unweigerlich kommen.

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Giftgas - Der lautlose Tod

Giftgas - Der lautlose Tod

18.02.2006
23:30, ZDF
Bis heute erinnern Sperrzonen und vergiftete Böden bei Ypern in Belgien an die erste Massenvernichtungswaffe der Geschichte. Am 22. April 1915 befehligte der deutsche Chemiker Fritz Haber persönlich den ersten Einsatz von Giftgas im Ersten Weltkrieg. Der Film "Der lautlose Tod" dokumentiert, wie die neue Waffe zum Albtraum von Soldaten und Zivilisten wurde, warum Europa im Zweiten Weltkrieg das Inferno eines totalen Gaskrieges erspart blieb, und warum chemische Waffen heute mehr denn je eine Gefahr für die Sicherheit der Welt sind. Dokumentation, 45 Minuten.

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Der Bunker - Hitlers Ende

Der Bunker - Hitlers Ende

12.04.2005
20.15, ZDF
Legenden, Lügen und Halbwahrheiten rankten sich Jahrzehnte lang um Hitlers Ende im Bunker unter der Berliner Reichskanzlei. Was geschah tatsächlich in den Tagen vor Hitlers Selbstmord am 30. April 1945? Warum zögerte der Diktator sein Ende solange hinaus? War er überhaupt noch entscheidungsfähig? Ein in Moskau entdecktes Dossier des russischen Geheimdienstes, das ausschließlich für Josef Stalin bestimmt war, wirft jetzt ein neues Licht auf die Ereignisse im Bunker: Es beruht auf Verhörprotokollen des Persönlichen Adjutanten Hitlers, Otto Günsche, und des Kammerdieners Heinz Linge. Die Geheimschrift, die bis 1949 entstand, war seitdem niemandem mehr zugänglich.

In der Dokumentation "Der Bunker - Hitlers Ende" berichten Zeitzeugen wie Hitlers Sekretärin Traudl Junge, ehemalige Offiziere wie Ulrich de Maiziere oder Bernd Freytag von Loringhoven von ihren Erlebnissen in den Tagen des Untergangs. International renommierte Historiker und Hitler-Forscher wie Ian Kershaw oder Joachim Fest analysieren das Geschehen im Bunker zwischen dem 20. und 30. April 1945 - von Hitlers letztem Geburtstag bis zu seinem Selbstmord. In den Ereignissen der letzten Tage kulminierte, was in den Jahren zuvor schon angelegt war. Es sind signifikante Merkmale im Psychogramm des Diktators, Kriegsherrn und Massenmörders, der bis zuletzt seinem Prinzip "Alles oder nichts" treu blieb und zum Schluss den Deutschen die Schuld an der eigenen Niederlage zuwies.

Fern der Realität, schwankend zwischen Euphorie und Depression, gezeichnet vom körperlichen Verfall, verbunkerte sich Hitler in einer Welt, die mit der Wirklichkeit nichts mehr zu tun hatte. Es kam zu grotesken Szenen. Hochzeiten im Bunker - nicht nur von Hitler und Eva Braun, sondern auch von Mitgliedern der Entourage. Der Film enthüllt die wahren Umstände der Erschießung von Hermann Fegelein, SS-General und Ehemann von Eva Brauns Schwester Gretl. Augenzeugen berichten über die Umstände der Ermordung der Goebbels-Kinder durch ihre Mutter Magda.
Ein virtueller Gang durch eine Rekonstruktion des Bunkers vermittelt Einblicke in die Schattenwelt der letzten Tage. Es waren Tage, in denen noch Hunderttausende von Menschen sterben mussten, obwohl das Ende des Hitler-Reichs schon längst besiegelt war.

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Der Sturm

Der Sturm
Bis zum bitteren Ende


01.02.2005
20.15, ZDF
Wer hat 1945 als erster sowjetischer Soldat die Rote Fahne über dem Reichstag gehisst? Seit Jahrzehnten ist diese Frage umstritten. Nun spricht im ZDF zum ersten Mal der sowjetische Soldat, der tatsächlich als Erster die Rote Fahne auf dem Reichstag hisste: Es ist Michail Petrowitsch Minin. Nach 60 Jahren trifft er in Berlin auf ehemalige deutsche Soldaten, die bei Kriegsende im Berliner Reichstag erbitterten Widerstand gegen Stalins Truppen leisteten. Darunter ist Ernst Bittcher, damals 15 Jahre alt. Der Junge gehörte zum letzten Aufgebot zur Verteidigung Berlins. "Für uns Jungs hatte der Reichstag keine besondere Bedeutung", erinnert er sich heute. "Da wir an den "Führer" glaubten, war er nicht mehr als ein Gebäude mit dicken Mauern, das Relikt einer vergangenen Ära." Am 29. April hatten sich sowjetische Truppen bis zu 500 Meter an den Reichstag herangekämpft. Tags darauf drangen Stoßtrupps in das Gebäude ein. Obwohl bereits an diesem letzten Apriltag die Rote Fahne auf dem Dach des Reichstags gehisst worden sein soll, hielten die Kämpfe noch bis zum 2. Mai an. Doch die Zeitzeugen sind sich einig: So, wie die "Schlacht um den Reichstag" in zahlreichen sowjetischen Spiel- und Dokumentarfilmen dargestellt wurde, hat sie nie stattgefunden. Der Film erzählt zum ersten Mal die wahre Geschichte der Eroberung des berühmten Gebäudes.

Neues Archivmaterial aus russischen Quellen wirft ein neues Licht auf die Kämpfe im Zentrum Berlin, eines Krieges, der die Stadt wie keine zweite in Deutschland versehrt hat. Die Wunden sind noch heute zu sehen - in Form von Einschusslöchern in Häuserfassaden und Gebäudeteilen. Der Film dokumentiert die Geschichten von Menschen, die den Alptraum vom Untergang Berlins durchlitten, das Leid der Zivilbevölkerung, die zwischen die Fronten geriet, zeigt Elend und Verzweiflung auf beiden Seiten; er erzählt von Wahn und Fanatismus, von Rache und Unmenschlichkeit, aber auch vom Mitgefühl und Überleben unter unglaublichsten Umständen.

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Der Sturm

Der Sturm
Die Todesfalle


26.01.2005
22.15, ZDF
Als "Wellenbrecher" gegen die Flut der heranströmenden Roten Armee sah Hitler im April 1945 die Seelower Höhen. So wurde das Oderbruch, nur 50 Kilometer östlich von Berlin gelegen, zum größten Schlachtfeld auf deutschem Boden. Die rivalisierenden Sowjet-Marschälle Schukow und Koniew sollten für Stalin die "Trophäe" Berlin erobern. Mit ihren gleichzeitig gestarteten Offensiven an Oder und Neiße verwandelten sie ganz Brandenburg und besonders das Umland Berlins in eine riesige Todesfalle - nicht zuletzt, weil die Wehrmacht entschlossen war, bis zum Schluss zu kämpfen. In den letzten drei Wochen des Krieges starben - "fünf Minuten vor zwölf" - auf beiden Seiten weit über 100.000 Soldaten. Hitlers Manie vom "Alles oder Nichts" vom "Sieg oder Untergang" sollte bis zum bitteren Ende Wirklichkeit werden. Keine andere deutsche Landschaft wurde vom Krieg so umgepflügt und so von Blut getränkt - bei Seelow fielen etwa 12.000 Deutsche Soldaten, die Russen hatten 33.000 Mann zu beklagen.

Nach dem Durchbruch der Sowjets wich die geschlagene deutsche 9. Armee von der Oder zurück und wurde am 23. April in den Wäldern um Halbe eingekesselt.
Was folgte, war ein Gemetzel unvorstellbaren Ausmaßes: Es brachte 60.000 Deutschen den Tod, 120.000 Mann gingen allein hier in Gefangenschaft. Die Gesamtbilanz der Kesselschlacht erschüttert noch heute: In den ausgedehnten Wäldern bei Halbe, südlich von Berlin, befindet sich der größte Soldatenfriedhof auf deutschem Boden - allein hier ruhen 25.000 zumeist unbekannte deutsche Soldaten. Noch immer werden bei Erdbewegungen Kriegstote geborgen. Unzählige Namenlose liegen weiterhin unentdeckt in den Wäldern Brandenburgs - Opfer, die in der letzten große Todesfalle des Zweiten Weltkriegs ein schreckliches Ende fanden.

Nur etwa 20.000 konnten ausbrechen und sich bis zur Armee Wenck retten. Diese oft beschworene Armee sollte eigentlich den Belagerungsring um die Hauptstadt aufsprengen - so wollte es Hitler. Befehlsgemäß traten ihre Divisionen, zumeist aus 16 oder 17jahrigen "Soldaten" zusammengewürfelt, in der letzten Aprilwoche zum letzten deutschen Großangriff des Zweiten Weltkriegs an. Bis in den Raum Potsdam stieß die Armee vor, dann entschied General Wenck, die Jugendlichen nicht in der Schlacht um Berlin zu opfern. Bei Beelitz warteten seine Truppen auf den Durchbruch der Überlebenden der Kesselschlacht von Halbe. Gemeinsam mit den Resten der 9. Armee setzte sich die Armee Wenck in Richtung Elbe ab. Hitlers letzte Befehle aus dem Bunker wurden von Wenck ignoriert, lieber handelte er mit den Amerikanern eine Übergabe seiner Armee aus. 118.000 zumeist sehr junge Soldaten entgingen so in letzter Minute dem Marsch in Stalins Gulag.

Beeindruckendes Filmmaterial aus russischen Archiven zeugt von der überwältigenden Schlagkraft der Sowjetarmee, die zur letzten Schlacht des Krieges antrat. Unbekanntes deutsches Farbmaterial von der Oderfront lässt jene Phase des Krieges auf gespenstische Weise lebendig werden. Für die Wochenschauen vorgesehen, sollten die Bilder den Eindruck vermitteln, als könne der Ansturm der Roten Armee noch einmal aufgehalten werden - die Wehrmacht wollte die letzte Schlacht östlich von Berlin für sich entscheiden. Davon zeugen auch Original-Wochenschau-Interviews mit deutschen Offizieren an der Oderfront - ihre Durchhalteparolen wurden nie in den Wochenschauen gezeigt, da die Kriegsrealität schnell die Propaganda-Welt überholte. Filme der US-Armee zeigen schließlich, wie sich eine geschlagene deutsche Armee in panischer Angst zu den US-Linien flüchtete und über die Elbe strömte - in amerikanische, statt in sowjetische Gefangenschaft. Von den Schrecken jener letzten Kriegstage zwischen Oder und Elbe berichten Zeitzeugen die an den Seelower Höhen kämpften, Zivilisten, die sahen, wie ganz Brandenburg zum Schlachtfeld wurde und ehemalige Soldaten der Armee Wenck - unter ihnen auch Ex-Außenminister Hans-Dietrich Genscher, der als 17jähriger bei Tangermünde am 7. Mai 1945 den Sowjets entkam und in US-Gefangenschaft ging.

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Seine Majestät - Wilhelm II

Seine Majestät - Wilhelm II
"Herrliche Zeiten"


20.07.2004
20.15, ZDF
So hätte es für ihn immer weiter gehen können: Paraden, Manöver, Empfänge. Admiralsuniform für den Besuch des "Fliegenden Holländers" und eine eigene Flotte, gleichsam als Spielzeug. "Herrliche Zeiten" hatte Wilhelm II. einst den Deutschen versprochen. Zum silbernen Thronjubiläum am 17. Juni 1913 stand er im Zenit seiner Popularität. Als "Friedenskaiser", so dachten viele, würde er in die Annalen der Geschichte eingehen. Doch diese bot ihm eine andere Rolle.

Der letzte Preußenkönig war dem technischen Fortschritt zugewandt, förderte die Wissenschaften und wusste sich als einer der ersten der neuen Kinematographie zu bedienen: Er war der erste deutsche Medienstar. Doch "Seine Majestät" gab sich der Illusion hin, ein Herrscher von "Gottes Gnaden" zu sein. Seine unüberlegten Brandreden, sein Narzissmus, sein Hang zur Selbststilisierung machten ihn gelegentlich zu einer "tickenden Zeitbombe" auf dem Parkett der europäischen Diplomatie. Eine gewaltige Schlachtflotte sollte einen "Platz an der Sonne" garantieren, doch der Traum von Größe und Weltmacht führte zu einem fatalen Rüstungswettlauf, trieb das Kaiserreich in die Isolation - und letztlich in den Krieg. Hinter der Fassade seiner strahlenden Erscheinung verbarg sich ein unsicherer Mensch, der zeitlebens unter einer als Makel empfundenen Behinderung litt. Bei seiner Geburt war der linke Arm verletzt worden und blieb gelähmt. Welchen Einfluß hatte diese Behinderung auf die Geschichte, die mit dem Namen Wilhelm II. verbunden ist?

90 Jahre nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs zeigt das ZDF in Zusammenarbeit mit Spiegel-TV eine zweiteilige Dokumentation über Wilhelm II., den letzten deutschen Kaiser. Die Filme "Herrliche Zeiten" (20.Juli, 20.15 Uhr) und "Gott mit uns" (27.Juli, 20.15 Uhr) beleuchten umfassend und mit neu entdeckten Materialien, wie der Kaiser mit auftrumpfendem Gebaren den Frieden verspielte, warum er seine Verantwortung am Kriegsausbruch nie akzeptierte und wie er als Oberster Kriegsherr an der Front versagte. Neue Filmfunde aus russischen und deutschen Archiven, Farbfilme und Farbfotos aus der Kaiserzeit, bisher unveröffentlichte Tagebuchnotizen aus dem Umfeld des Kaisers sowie Bilder aus aufwändigen Drehs an Originalschauplätzen fangen den Geist der Zeit ein. Mitglieder aus den ehemaligen Königshäusern wie Prinz Friedrich Wilhelm von Preußen, Otto von Habsburg und Nikolai Romanow schildern ihre Sicht auf die Geschichte. Intenational führende Historiker wie Prof. Michael Stürmer und der Wilhelm II.-Biograph Prof. John G. Röhl analysieren die Taten des Kaisers, von dem sein Cousin, Edward VII. von England sagte, er sei die brillanteste Fehlbesetzung in der Geschichte.

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Sie wollten Hitler töten

Sie wollten Hitler töten
Die letzte Chance


30.03.2004
20.15, ZDF
Berlin, Bendlerblock, am 20. Juli 1944. Während Hitler-Attentäter Stauffenberg sich auf dem Weg vom "Führerhauptquartier Wolfsschanze" in die Zentrale der Verschwörer befand, zögerten seine Mitstreiter, den Putsch auszulösen. Ohne die Gewissheit von Hitlers Tod wagten sich die meisten Befehlsträger nicht aus ihrer Deckung. Wertvolle Stunden verstrichen tatenlos. Erst als Stauffenberg am späten Nachmittag eintraf, wurde "Operation Walküre" ausgelöst: das Signal zum Staatsstreich. Doch die aus dem "Führerhauptquartier" eintreffenden Meldungen sorgten für Verwirrung. Erwin Schenzel, damals wachhabender Nachrichtenoffizier im Bendlerblock, schildert im Film zum ersten Mal seine Erinnerungen: "Es war alles völlig konfus. Und allmählich sickerte die Nachricht durch, dass Hitler lebte". Konnte der Staatsstreich jetzt noch gelingen?

Besonders dramatisch war die Lage in Paris: Hier hatten die Verschwörer, die sich um General von Stülpnagel gesammelt hatten, schon damit begonnen, Gestapo und SS zu verhaften. Doch als Generalfeldmarschall von Kluge, Oberbefehlshaber im Westen, erfuhr, dass Hitler überlebt hatte, versagte er dem Aufstand seine Unterstützung. "Ja, wenn das Schwein tot wäre!", herrschte er Stülpnagel an und beendete damit jede weitere Debatte. Der Umsturz in Paris brach kurz darauf zusammen. Auch in Berlin waren am späten Abend des 20. Juli alle Illusionen zerstoben. Einheiten des Wachbataillons Großdeutschland stürmten die Räume der Widerständler im Berliner Bendlerblock. Wenig später wurden Stauffenberg und drei seiner engsten Mitverschwörer im Innenhof des Bendlerblocks erschossen.

Das Regime rächte sich in einem wahren Blutrausch an den Verschwörern und ihren Helfern. Der Scharfrichter des Regimes, Roland Freisler, inszenierte einen zynischen Schauprozess; 2400 Menschen wurden verurteilt, Hunderte ermordet. Die Rache des Regimes machte auch vor den Familien der Verschwörer nicht halt: Angehörige wurden in "Sippenhaft" genommen, Kindern ihren Eltern entrissen und in NS-Heimen "verwahrt". Sie sollten "ausgerottet werden bis ins letzte Glied", hatte SS-Chef Himmler im August 1944 gefordert. Die Urteile an den Männern des 20. Juli wurden in Berlin-Plötzensee vollstreckt. Die Hinrichtungen ließ Hitler filmen. Die Aufnahmen gelten seit Jahrzehnten als verschollen. Zum ersten Mal berichten Zeitzeugen, die das schreckliche Dokument gesehen haben, was sie beim Anblick dieses Machwerks empfanden - darunter Hitlers Filmvorführer.

Kam der Attentatsversuch nicht viel zu spät? Ein gelungener Mord an Hitler hätte seinen Sinn gehabt. Dann wären Hunderttausende von Menschen nicht mehr in den Holokaust getrieben worden, wären Städte wie Dresden unzerstört geblieben, wären Millionen von Soldaten an den Fronten in Europa nicht gestorben.

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Die Gefangenen - Ab nach Sibirien!

Die Gefangenen - Ab nach Sibirien!

01.01.2004
Nach dem Überfall Hitler-Deutschlands auf die Sowjetunion im Juni 1941 gingen zunächst Millionen von Rotarmisten in deutsche Gefangenschaft. Doch die verlorene Schlacht um Moskau Ende '41 markierte das Ende der Pläne, Stalins Reich in einem schnellen Vernichtungsfeldzug zu besiegen. Fortan stiegen die Zahlen deutscher Gefangener in sowjetischen Lagern. Die Schlacht um Stalingrad markierte die endgültige Wende. Bei Kriegsende hatten die deutschen Soldaten der zusammenbrechenden "Ostfront" vor allem ein Ziel: igendwie in den Westen zu gelangen, nur nicht in sowjetische Kriegsgefangenschaft. Die Goebbels-Propaganda von den sogenannten "bolschewistischen Horden" wirkte bis zuletzt. Doch bis zu drei Millionen deutschen Soldaten blieb keine andere Wahl, als sich der Roten Armee zu ergeben. Einige erschossen sich, viele wurden bei der Gefangennahme von aufgebrachten Rotarmisten umgebracht. Allen anderen standen bis zu 13 schwere Jahre in den sowjetischen Lagern bevor - ohne zu wissen, ob es jemals wieder nach Hause ging. Die Drohung: "Ab nach Sibirien", sagt Paul Korte, ehemaliger Kriegsgefangener, "war gleichbedeutend mit Tod".

Hunger und Krankheiten, Zwangsarbeit und Misshandlungen: Das war für die deutschen Gefangenen fortan Alltag in den etwa 5.000 Lagern zwischen Kiew und Wladiwostok. Nach neuesten Forschungen kam etwa jeder vierte deutsche Gefangene in der Sowjetunion ums Leben. Noch grauenvoller war es zuvor den sowjetischen Kriegsgefangenen in deutschen Lagern ergangen. Mindestens 5,3 Millionen Rotarmisten fielen der Wehrmacht in die Hände; nach Schätzungen starb etwa jeder Zweite. Deutsche Gefangene wurden auf Befehl Stalins nicht besser und nicht schlechter behandelt als andere Häftlinge. Im kriegszerstörten Russland herrschte Not. Hunger und Krankheiten machten den Lagerinsassen zu schaffen. Von Kameradschaft blieb unter diesen Umständen oft nur wenig übrig. Wer im Lager blieb, richtete sich ein, so gut es ging. In der Dokumentation ist zum ersten Mal der Amateur-Film eines Gefangenen zu sehen, der noch während des Krieges entstand. Wilhelm Emmerling konnte vorzeitig heimkehren, weil ihm ein Bein amputiert werden musste. Erst 1956 kehrten die letzten Überlebenden zurück.

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Der Bombenkrieg

Der Bombenkrieg

04.02.2003
20.15, ZDF
War der alliierte Bombenkrieg gegen deutsche Städte ein Verbrechen? Das Buch von Jörg Friedrich "Der Brand" hat eine hochemotional geführte Debatte in Großbritannien und in Deutschland ausgelöst. Welches Ziel verfolgten die Allierten mit ihrem Bombardement? War der Bombenkrieg, in dem Deutschlands Städte, wie Dresden und Berlin noch in den letzten Tagens des Kriege in Schutt und Asche gelegt wurden, verhältnismäßig? Der Bombenkrieg gegen die deutschen Städte, die alltägliche Konfrontation mit dem Tod, die angsterfüllten Nächte im Luftschutzkeller wurden zum Trauma für eine ganze Generation. Hitler hatte den Krieg entfesselt und Bomber nach England geschickt. Nun waren die deutschen Zivilisten einem ungleichen Kampf ausgesetzt, denn die Menschen am Boden hatten kaum Chancen, dem Inferno aus der Luft zu entkommen. Von alliierter Seite verfolgte der Bombenkrieg von Anfang an eine Doppelstrategie: Angriffe auf Anlagen der Rüstungsindustrie sollten den Krieg verkürzen, die Zerstörung von Wohngebieten und der Tod von Zivilisten die Moral der deutschen Bevölkerung brechen. Doch die Rechnung der Alliierten ging nicht auf. Der Krieg fand erst ein Ende, als das Deutsche Reich im Frühjahr 1945 vollständig erobert war. In dieser 90minütigen Dokumentation, der ersten umfassenden Darstellung des Bombenkriegs in einer Sendung, werden Hintergründe, Strategien und die tragischen Auswirkungen eines verheerenden Krieges - für die Menschen, die ihn führen und noch mehr für die, die ihn erleiden mussten.

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