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DEUTSCHLANDS SOLDATEN
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Vom Kaiserreich bis nach Afghanistan

Wegen der verlorenen Weltkriege und der Verbrechen der Wehrmacht herrscht in Deutschland oft Skepsis, wenn es um die Armee geht. Teile der Gesellschaft tun sich schwer mit Begriffen wie Pflicht, Gehorsam, Tradition. Doch diese Werte sind noch heute wichtig für die Armee.

„ZDF-History: Deutschlands Soldaten – Vom Kaiserreich bis nach Afghanistan“ erzählt anhand von drei Soldaten-Familien-Biografien, wie sich das Verhältnis zwischen Soldaten, Gesellschaft und Politik in den vergangenen 150 Jahren gewandelt hat. Auch wenn die Kaiserzeit heute als die Blütezeit des Militarismus anmutet, träumten damals nur wenige von einer Karriere als Berufssoldat.

Nostalgische Verklärung
Der Erste Weltkrieg, das „Fronterlebnis“, vor allem auch die Niederlage, verwandelten das Verhältnis der Deutschen zu ihrer Armee – sie wurde in Teilen der Gesellschaft nostalgisch verklärt, der „Frontsoldat“ idealisiert. Viele Offiziere setzten nach 1918 weiterhin auf ein Leben als Soldat – Karrierestreben, aber auch Pflicht und Liebe zum Vaterland waren häufige Motive.

Nach Hitlers Machtergreifung erhielt die Armee Auftrieb – doch der Gedanke des Dienens pervertierte zur Idee der unbedingten Opferbereitschaft. Die Armee wurde zum Instrument der nationalsozialistischen Ideologie und des aggressiven Nationalismus. Nur wer in seiner moralischen Haltung gefestigt war, hatte den Mut, Befehle zu verweigern.

Armee im Wandel
Der Zweite Weltkrieg brachte eine Zäsur. Danach konnte es nur eine völlig andere deutsche Armee geben. Die Bundeswehr blieb trotz atomarer Bedrohung im Kalten Krieg eine Friedensarmee.

1990 verschmolzen die Armeen beider deutscher Staaten – allerdings komplett geprägt von den Werten und Traditionen der Bundeswehr. Mit dem Wegfall des Ost-West-Konfliktes schien eine Armee beinahe überflüssig. Doch genau in dieser Phase – geprägt durch ethnische Spannungen auf dem Balkan und die weltweite Terrorbedrohung – begann für die Bundeswehr das Zeitalter der militärischen Einsätze, die die Bürger zu Hause größtenteils mit „freundlichem Desinteresse“ begleiten. Auch die deutsche Politik tut sich schwer mit kämpfenden Soldaten, wie der Einsatz in Afghanistan zeigte.

Prof. Sönke Neitzel, Prof. Herfried Münkler und viele andere erzählen die wechselhafte  Geschichte von Deutschlands Soldaten.

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in der ZDF Mediathek anschauen
20.04.2022 | 44 min.
Ausstrahlung
22. April 2022, ZDF
Ein Film von
Sonja von Behrens
Kamera
Klaus Josef Sturm, Felix Korfmann
Schnitt
Patrick Sell
Animation
White Rabbit Studio
Sprecher
Isaak Dentler
Produktion History Media
Isa Rekkab
Redaktion ZDF
Alexander Berkel
Leitung ZDF
Michael Renz
Produzent
Jörg Müllner