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Überleben nach Kriegsende – Deutschland 1945 | Terra X
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Wie war das, Leben und Überleben in einem Land, das nach dem Krieg in Trümmern lag? Deutschland 1945, das heißt für viele: ein Leben am Limit. In den Städten ist weit mehr als die Hälfte des Wohnraums zerstört, viele sind obdachlos geworden. Hinzu kommen über 10 Millionen Flüchtlinge aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten. Not und Mangel überall, den Menschen fehlt es an Wasser, an Gas oder Strom. Fotos, gemacht von US-Amerikanern, die auf Flug-Rundreisen über das zerstörte Deutschland fliegen, zeigen die Zerstörungen. Elf Millionen deutsche Soldaten geraten bei Kriegsende in alliierte Gefangenschaft. In den Gefangenenlagern der amerikanischen Besatzungsmacht , den sogenannten Rheinwiesenlagern, herrschen desaströse Zustände. Die Gefangenen werden unzureichend verpflegt, es gibt nicht genug Trinkwasser, die hygienischen Bedingungen sind furchtbar. Tausende sterben. Was tun mit den Deutschen nach Krieg und Diktatur? Nazi will auf einmal keiner gewesen sein. Die Entnazifizierung war nach dem Krieg für die Alliierte ein echtes Problem, berichtet der Historiker Keith Lowe. Nicht alle konnte man verhaften und bestrafen, man brauchte die Leute, um die Gesellschaft wieder auf die Beine zu bringen. Angesichts der Gräuel in den befreiten Konzentrationslagern kommt es allerdings zu Racheaktionen der Befreier. Wirtschaftlich ist Deutschland weniger hart getroffen als zunächst angenommen. Keineswegs alle Fabrikanlagen sind zerstört. Der Kreislauf der Wirtschaft allerdings ist zusammengebrochen. Wie schnell sich das Leben zum Besseren wendet zeigen seltene Bilder eines schwedischen Kameramanns aus Hamburg 1948. Die Stadt ist wieder voller Leben.

Autor: Jörg Müllner
Schnitt: Bernhard Schulder

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Auf Terra X bei YouTube anschauen
19.07.2020| 14:36 min.
Ausstrahlung
19. Juli 2020
Ein Film von
Jörg Müllner
Tonmischung
Holger Jung
Produktion History Media
Isa Rekkab
Schnitt
Bernhard Schulder